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Herzstiftung bildet Jugendliche in Lebensrettung aus
 
Rund 1'100 Schülerinnen und Schüler aus der Deutsch- und Westschweiz haben im Rahmen von zehn HELP-Impulsprojekten der Schweizerischen Herzstiftung eine Lebens­rettungsausbildung mit dem MiniAnne-Kit abgeschlossen. Mehr als die Hälfte der Absolventen trauen sich nach der Ausbildung zu, im Notfall Herz-Lungen-Wieder­belebungsmassnahmen auszuführen.

In der Schweiz gibt es kein Obligatorium zum Erlernen lebensrettender Massnahmen. Aus diesem Grund mangelt es an ausgebildeten Personen, die bei einem Herz-Kreis­lauf-Stillstand fachgerechte Hilfe leisten können. Zudem wird das beschränkt vorhan­dene Wissen nicht regelmässig aufgefrischt: So vergessen die meisten Absolventen des Nothilfekurses für Führerausweiserwerbende, wie die Herzdruckmassage korrekt durch­geführt wird und getrauen sich nicht, in einer Notsituation ihre Kenntnisse anzuwenden.

 

"Zufällig bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand anwesende Personen alarmieren leider oft nicht schnell genug, leisten nur selten Erste Hilfe, so dass lediglich 2-5 Prozent der Opfer innerhalb der entscheidenden 3 bis 5 Minuten von professionellen Rettungs­diensten erreicht und betreut werden", sagt PD Dr. Gabor Sütsch, Vorsitzender der Projektgruppe Lebensrettung der Schweizerischen Herzstiftung.

 

Laien als Ersthelfer unentbehrlich

Kompetente Laienhelfer wären aber nötig, um die Überlebenschancen der jährlich über 50'000 Herznotfall- und Hirnschlag-Opfer zu verbessern. Insbesondere bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand - schätzungsweise 8'000 Fälle - sind diese mit gerade mal 5 Pro­zent bei einem Ereignis ausserhalb eines Spitals sehr gering. Die Schweizerische Herz­stiftung verfolgt deshalb das Ziel, Grundkenntnisse der Lebensrettung in der Bevölke­rung auf breiter Basis zu verankern. Bereits Jugendliche sollen lernen, Symptome zu erkennen und im Herznotfall Erste Hilfe zu leisten. "Junge Menschen lernen schnell und durch regelmässiges Repetieren wird das Gelernte gut abrufbar. Eine flächendeckende Ausbildung in Lebensrettung sollte darum Teil der Lebenskompetenzen sein, die junge Menschen an den Grundschulen erwerben", erklärt Silvia Aepli, die verantwortliche Projektleiterin bei der Schweizerischen Herzstiftung.

 

Wissen schafft Vertrauen

Den Beweis hat die Schweizerische Herzstiftung mit zehn im letzten Jahr abgeschlos­senen Impulsprojekten mit Schulen in den Gemeinden Euseigne, Davos, Genf, La Neu­veville, Lungern, Olten, Reigoldswil, Rothenburg, Windisch und Zürich erbracht. Die Ju­gendlichen wurden mit dem Selbstlern-Kit MiniAnne geschult, mit dem die Grundkennt­nisse der Herz-Lungen-Wiederbelebung in 30 Minuten vermittelt werden können. Die anschliessende Befragung zeigte positive und mit den Erwartungen und Erkenntnissen in andern Ländern mit Schulprojekten vergleichbare Ergebnisse: 67 Prozent der 636 Jugendlichen, die an der Umfrage teilgenommen haben, beurteilten die Ausbildung als sehr gut. 55 Prozent würden sich zutrauen, bei einem Herznotfall das Gelernte praktisch anzuwenden, während vor der Ausbildung nur 13 Prozent bereit waren, Hilfe zu leisten. Nachgewiesen wurde auch ein Multiplikator-Effekt: Mehr als die Hälfte der Schüler hat das MiniAnne-Übungskit zu Hause Eltern und Geschwistern vorgestellt und auf diese Weise das neu gewonnene Wissen an durchschnittlich 2,4 Personen weitergegeben.

 

Schulen können sich bewerben

In diesem Jahr will die Schweizerische Herzstiftung weitere Impulsprojekte realisieren. Interessierte Schulen können sich ab sofort melden und erhalten die Chance auf Unter­stützung in Form von Beratung und kostenlosen Übungskits. Die Schulen verpflichten sich, das Gelernte mindestens einmal jährlich in der Klasse mit den Schülern zu repetie­ren, damit die nachhaltige Wirkung sichergestellt ist. Firmen und Privatpersonen sind eingeladen, Patenschaften für die Ausbildung von Schulklassen in Lebensrettung durch Finanzierung des Lehrmittels zu übernehmen.

 

HELP-Jugendprogramm für Schulen

Die Schweizerische Herzstiftung bietet:

Beratung und Selbstlern-Kits MiniAnne

HELP-Kursausweis für die Schüler/innen, welche das Training absolviert haben

Zertifikat "Herzschule" für Schulen, die mind. 100 Jugendliche ausbilden und das Gelernte während 3 Jahren mit den Schülerinnen und Schülern auffrischen

 

Informationen zum HELP-Jugendprogramm für Schulen sind erhältlich unter: http://www.helpbyswissheart.ch/schulen


Schweizerische Herzstiftung

19.06.2012 - dzu


 
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