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Optionen: Entweder bewahren die Eltern das Nabelschnurblut für das eigene Kind auf („private banking“) oder sie spenden es für die Öffentlichkeit („public banking“). Denkbar wäre in Zukunft aber auch eine Kombination, welche private Vorsorge und humanitäres Engagement verbindet: das „Hybrid Banking“.
Beim Hybrid Banking wird das Nabelschnurblut nach der Geburt zunächst für den Eigengebrauch eingelagert (wie bei einer privaten Nutzung zahlen die Eltern hierfür die Kosten), zusätzlich aber – wie bei einer öffentlichen Spende – HLA typisiert und im öffentlich zugänglichen Stammzellspendenregister der Schweiz anonym aufgeführt. Stellen sich die gefrorenen Zellen als ideales Transplantat für einen Leukämiekranken heraus, so können die Eltern das Blut ihres Kindes freigeben und erhalten die Kosten für Entnahme und Einlagerung zurück.
Frauen unterstützen neues Modell
Eine in Transfusion veröffentlichte wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Bern zeigt nun, dass 85% von 170 befragten Frauen eine Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblutzellen grundsätzlich unterstützen. Gäbe es das Hybrid Banking, würden die meisten (49%) diese Option wählen und nur 13% ein reines „private banking“ vorziehen. Ohne Hybrid-Modell wählen 47% die private Einlagerung.
„Unsere Studie hat gezeigt, dass Eltern sich eine private Spende wünschen, aber bei Bedarf auch gerne kranke Menschen in Not unterstützen wollen. Ein Hybrid Banking könnte diesen Ansprüchen gerecht werden,“ so Anna-Margaretha Wagner, Autorin des Artikels. „Wir möchten Eltern ermuntern, sich zu informieren und mit einer Spende kranken Kindern und Erwachsenen zu helfen.“
Zukünftig können möglicherweise mit Stammzellen aus der Nabelschnur auch weitere Krankheiten wie beispielsweise Diabetes Typ1, Herzkrankheiten oder frühkindliche Zerebralparese geheilt werden. Eine Vielzahl von Studien dazu – unter anderem in der Frauenklinik des Inselspitals – sind angelaufen und zeigen erste vielversprechende Resultate.
Eine Kombination aus Eigen- und Fremdspende würde die Nabelschnurblutspende erstmals Schweizweit ermöglichen. Derzeit ist die öffentliche Nabelschnurblutspende in der Schweiz aus finanziellen Gründen nur an fünf Spitälern möglich – darunter das Inselspital. Die Kosten dafür sind hoch und werden durch die Kliniken selbst, durch private Stiftungen und durch die Stiftung Blutstammzellen getragen. Mit dem Hybrid-Banking von Nabelschnur-Stammzellen könnte künftig prinzipiell jede Geburtsklinik in der Schweiz die Nabelschnurblutspende anbieten.
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