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Sie sind hier: News » Gesundheitswesen 11. Februar 2012
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Palliative Care: Schweizer Bevölkerung schlecht informiert
 
91% aller Teilnehmer einer Umfrage im Auftrag des BAG möchte, dass Palliativ-Medizin allen Schwerkranken und Sterbenden zur Verfügung steht; drei Viertel erwägen sogar, diese Art von Medizin eines Tages zu nutzen. Aber: Nur rund ein Drittel der Deutschweizer wissen, was Palliativ-Medizin bedeutet.

Palliativ-Medizin heisst: pflegerische, schmerzstillende sowie psychische und soziale Unterstützung Schwerkranker oder Sterbender. Bei der Palliativ-Medizin steht nicht die Heilung des Kranken im Vordergrund, sondern das sich einigermassen Wohlfühlen in der Krankheit oder auch im Sterben.

Das Forschungsinstitut GfK befragte im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) 1600 über 15-Jährige zu Meinung und Wissen über Palliativ Care.
 
Die Umfrage zeigte, dass Palliative Car bei der Schweizer Bevölkerung zwar auf sehr grosse Akzeptanz stösst, aber ein enormes Informationsdefizit herrscht.

 

So meinen 91% der Befragten, dass Palliative Care allen schwerkranken und sterbenden Menschen zur Verfügung stehen soll, 77% ziehen siogar in Betracht bei einer unheilbaren Erkrankung selber die Palliative Medizin nutzen zu wollen.

 

Beim ''Wissen'' über die Palliative Care gibt es regional grosse Unterschiede: Am besten Bescheid wissen Personen in der Genfersee-Region (78% ). Den Begriff ''Palliative Care'' kennen zwei Drittel der Befragten im Tessin. Am schlechtesten informiert waren die Befragten in der Deutschschweiz: nur ein Drittel gab an, den Begriff ''Palliative Care'' zu kennen.

 

Frauen möchten daheim sterben

Laut Bundesamt für Statistik sterben die Menschen in der Schweiz am
häufigsten im Alters- und Pflegeheim, am zweithäufigsten im Spital und am
dritthäufigsten zu Hause oder an einem anderen Ort.

 

Diese Angaben stehen im totalen Gegensatz zu dem, was die Schweizer Bevölkerung möchte: Drei Viertel gaben nämlich an, zu Hause sterben zu wollen; wobei deutlich mehr Frauen als Männer diesen Wunsch äusserten.
 
Eine Statistik der Stadt Zürich belegt aber eine andere Realität: Dank jüngeren Partnerinnen können todkranke Männer häufig zu Hause leben und sterben. Frauen hingegen sind im Alter häufiger ohne Partner und sterben deshalb auch häufiger in einem Alters- oder Pflegeheim.

 

Bevölkerung besser inormieren

Es geht nun darum, die bereite Bevölkerung über die Möglichkeiten der Palliativ Care zu unterrichten und zu sensibilisieren. Mit der Nationalen Strategie Palliative Care 2010-2012 von Bund und Kantonen sollen alle unheilbar kranken und sterbenden Menschen ihrer Situation angepasste Palliative Care erhalten. Dass ein Informationsbedarf besteht, habe die Umfrage deutlich gezeigt, schreibt das BAG.


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10.03.2010 - dzu


 

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