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Schwierige Arbeitsbedingungen sind ein Gesundheitsrisiko
 
Wenn Arbeitnehmende während ihrer Arbeit physischen oder psychosozialen Risiken ausgesetzt sind, antworten sie doppelt so häufig, dass ihr Gesundheitszustand schlecht ist oder dass sie an psychischen Beschwerden leiden. Arbeitslose Personen geben sogar fünf Mal so häufig einen nicht guten Gesundheitszustand an wie Arbeitnehmende, die keinen Arbeitsplatzverlust fürchten. Dies geht aus der Gesundheitsbefragung 2007 des Bundesamtes für Statistik hervor.

Gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen sind häufig

39 Prozent der Arbeitnehmenden sind an ihrer Arbeitsstelle mindestens drei physischen Risikofaktoren wie repetitive Bewegungen oder schmerzhafte Körperhaltungen ausgesetzt. 35 Prozent sind mit mindestens drei psychosozialen Risikofaktoren konfrontiert wie zu wenig Zeit, um die Arbeit zu erledigen, oder eigene Ideen bei der Arbeit nicht umsetzen können. 17 Prozent der arbeitnehmenden Personen sind gleichzeitig von mindestens drei physischen und drei psychosozialen Risikofaktoren betroffen. Zudem geben 12 Prozent an, Angst bei der Arbeit erfahren zu haben.

 

Zweimal häufiger in schlechtem Gesundheitszustand

10 Prozent der Arbeitnehmenden, die mindestens drei physischen Risiken ausgesetzt sind, beurteilen ihren Gesundheitszustand als nicht gut gegenüber 4 Prozent der Arbeitnehmenden, die von diesen Risiken nicht betroffen sind. Auch bei den Arbeitnehmenden, die mindestens drei psychosozialen Risiken ausgesetzt sind, ist der Anteil Personen mit einem nicht guten selbstwahrgenommenen Gesundheitszustand doppelt so hoch wie bei jenen ohne solche Risiken (10% gegenüber 5%). Sind Arbeitnehmende gleichzeitig von mindestens drei physischen und drei psychosozialen Risikofaktoren betroffen, verdreifacht sich dieser Anteil beinahe (14% gegenüber 5%).

 

Symptome psychischer Belastung sind bei den Arbeitnehmenden, die mindestens drei psychosozialen Risiken ausgesetzt sind, besonders häufig (bei 22% gegenüber 9% bei Personen ohne diese Risiken). Bei den Arbeitnehmenden, die von mindestens drei physischen Risiken betroffen sind, treten starke Rücken-, Glieder-, Gelenkschmerzen oder Schmerzen an den Händen vermehrt auf (bei 15%, gegenüber 7% bei Personen ohne diese Risiken).

 

Arbeitslosigkeit und Angst vor Arbeitsplatzverlust stehen in starkem Zusammenhang mit Gesundheitsproblemen

13 Prozent der Arbeitnehmenden, die Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes haben, und 32 Prozent der arbeitslosen Personen beurteilen ihren Gesundheitszustand als nicht gut. Das sind 2 bzw. 5 Mal mehr als bei den Arbeitnehmenden, die keine Angst vor dem Verlust ihrer Arbeit haben (6%). Während 13 Prozent der Arbeitnehmenden ohne Angst vor Arbeitsplatzverlust Symptome psychischer Belastung aufweisen, sind dies bei den Arbeitnehmenden mit Angst vor Arbeitsplatzverlust 32 Prozent und bei den arbeitslosen Personen 47 Prozent. Der Zusammenhang zwischen Arbeitsunsicherheit oder Arbeitslosigkeit und einem schlechten Gesundheitszustand lässt sich auf zwei Arten erklären: mit einer direkten Wirkung (der Verlust der Arbeit bewirkt eine Verschlechterung der Gesundheit) oder mit einem Selektionseffekt (Personen mit schlechter Gesundheit haben das grössere Risiko, die Arbeit zu verlieren).

 

Diese Daten bestätigen für die Schweiz, was vergleichbare Erhebungen in Europa bereits festgestellt haben. Sie unterstreichen, wie wichtig die Arbeitsbedingungen und die Arbeitssicherheit für die Gesundheit der Bevölkerung sind.

 

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung und die Arbeitsbedingungen

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung wird vom Bundesamt für Statistik alle fünf Jahre durchgeführt. Die letzte Befragung erfolgte 2007. Eines ihrer Ziele ist es, die Bedeutung der verschiedenen Determinanten (soziale oder natürliche Umgebung, Verhalten) für den Gesundheitszustand zu bewerten. Die Arbeitsbedingungen oder die Arbeitsunsicherheit gehören zu den sozialen Gesundheitsdeterminanten. Die hier präsentierten Analysen basieren auf den Antworten 25- bis 64-jähriger Arbeitnehmender mit einem Beschäftigungsgrad von mindestens 20 Prozent (3184 Männer und 3330 Frauen) sowie auf den Angaben gleichaltriger arbeitsloser Personen (131 Männer und 172 Frauen).


Bundesamtes für Statistik

20.08.2010 - dde


 

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