Asthma: Missverständnisse zwischen Ärzten und Patienten beeinträchtigen Therapie und Verlauf
Die Ärzte und die Patienten müssen das Asthma und seine Komplikationen ernster nehmen. Beide scheinen häufig aneinander vorbeizureden, was den Behandlungserfolg des Asthmas beeinträchtigt.
Die Ärzte müssen die Patienten besser über iher Erkrankung informieren und zugleich sollten die Patienten besser auf ihre Ärzte hören und die Behandlungsratschläge ernst nehmen. Die Patienten begreifen nicht immer, dass Asthma eine ernst zu nehmende Krankheit ist, die ein kontinuierliches Management braucht.
Die "Global Asthma Physician and Patient (GAPP)" Umfrage untersuchte bei 3'459 Patienten und Ärzten in 16 Ländern, welche Faktoren (z. B. Nebenwirkungen, Compliance (= Bereitschaft des Patienten zur therapeutischen und diagnostischen Mitarbeit), Patientenschulung, Patienten-Arzt-Kommunikation) den Asthmaverlauf und den Gesundheitszustand beeinflussen.
Im amerikanischen Teil der GAPP-Umfrage wussten 40% der Patienen nicht, dass auch bei einem milden Asthma tödliche Attacken auftreten können, 64% der Patienten hatten ein mildes Asthma. 1/3 dieser Patienten sagte, dass das Asthma limitierend sei und negative Auswirkungen auf die täglichen Aktivitäten ausübe.
Bezüglich Medikation sagten 95% der Ärzte, dass inhalatives Kortison die Standardtherapie ist. Die Ärzte geben Kortison aus zwei Gründen ab: erstens, weil es eine chronische Erkrankung ist und zweitens, weil es eine entzündliche Erkrankung ist. Diese Argumente für die Kortisonbehandlung sollte den Patienten erklärt werden, die Compliance könnte dadurch verbessert werden.
Viele der behandelten Patienten kennen nämlich die Kurz- und Langzeitnebenwirkungen der Kortisone nicht. 57% respektive 43% sagten, dass in der Praxis nie über Langzeit-Nebenwirkungen oder Kurzzeit-Nebenwirkungen diskutiert wurde. 77-90% der Ärzte meinten aber, dass sie dies mit ihren Patienten besprechen würden.
38% der Patienten meinten, dass während einer Visite nicht besprochen werde, wie die Technik für ein gutes Asthmamanagement verbessert werden könnte. Im Gegenteil meinten diesbezüglich 90% der Ärzte, dass bis 50% der Visite diesem Thema gewidmet werden.
Nebenwirkungen haben häufig einen negativen Einfluss auf die Compliance. 29% der Patienten mit Nebenwirkungen sagten, dass sie die Medikamente ändern wollen, 26% wollen die Dosierung verändern, 26% veränderten die Dosierung und 22% stoppten die Medikation.
Die fehlende Compliance hat negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Mehr als 2/3 hatten mehr Symptome, weil sie die Medikamente nicht so einnahmen wie es ihnen empfohlen wurde. 57% waren in ihrer körperlichen Aktivität behindert, 41% hatten häufiger Exazerbationen.
Hauptaussage: Nebenwirkungen führen zu einer schlechteren Behandlungscompliance. Dies hat Auswirkungen auf die Lebensqualität.
1. Kaliner M et al. "Global Asthma Physician & Patient (GAPP) Survey: Patient-Physician Communications & Barriers to Treatment US Adult Findings."
2. Poster # 115, presented May 22, 2006
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