Behandlungsvorschläge, Guidelines
Alle 3 PDE 5-Inhibitoren sind sicher, effektiv, werden gut toleriert und können als Firstline-Therapie bei der Erektilen Dysfunktion empfohlen werden. Ca. 80% der Patienten sprechen auf die Behandlung an. Eine Kontraindikation besteht bei gleichzeitiger Einnahme von organischen Nitraten (bei koronarer Herzerkrankung).
Vor Verschreibung eines PDE 5-Inhibitors muss jedoch eine ausgedehnte Krankengeschichte (Anamnese) erhoben werden, da die PDE 5-Inhibitoren mit anderen Substanzen interagieren können. Die Wahl der Behandlung soll vom Arzt, dem Patienten und dessen Partner getroffen werden. Das Risiko muss gegenüber der positiven Wirkung abgewogen werden.
Aufgrund fehlender direkter Vergleichsstudien empfehlen die Autoren der Guidelines keinen speziellen PDE 5-Inhibitor. In den Richtlinien werden auch andere Therapiemöglichkeiten empfohlen, sofern die oralen PDE 5-Inhibitoren versagen oder Kontraindikationen bestehen.
Unter der Behandlung von PDE 5-Inhibitoren müssen regelmässige Kontrollen durchgeführt werden, welche die Wirksamkeit und den Gesundheitszustand des Patienten beinhalten sollen.
Bei PDE5-Versagen muss evaluiert werden, ob die Dosis und Compliance (Therapietreue) adäquat sind.
Daraufhin könnten andere Behandlungsoptionen in Erwägung gezogen werden. Als Standard gilt die überwachte Verabreichung anderer Medikamente wie z.B. Alprostadil, gefässaktivierende Medikamente oder die Vakuum-Behandlung.
Nicht empfohlen werden Trazodon (Stimmungsaufheller), Testosteron (männliches Geschlechtshormon, bei Patienten mit normalem Test-Spiegel), Yohimbin (Aphrodisiaka) und Phytotherapien (fehlender Wirkungsnachweis).
Referent: Prof. A. Nehra, Mayo Clinic Colleg of Medicine, Minnesota, USA, AUA 2005.
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| 27.06.2005 - dzu |
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