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Beurteilung der Verkehrstüchtigkeit im Alter

Ältere Menschen müssen regelmässig ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen. Wie das vor sich geht und welche Untersuchungen der Hausarzt durchführen muss, darüber referierte Dr. R. Seeger am Symposium der Vereinigung Zürcher Internisten.

 

Rechtliche Bestimmungen in der Schweiz

SVG Art. 14: „Lernfahr- und Führerausweise dürfen nicht erteilt werden, wenn der Bewerber... nicht über eine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit verfügt, die zum sicheren Führen von Motorfahrzeugen ausreicht“

 

SVG Art. 16: „Ausweise und Bewilligungen sind zu entziehen, wenn festgestellt wird, dass die gesetzlichen Voraussetzungen zur Erteilung nicht oder nicht mehr bestehen.“

 

VZV Art. 7, Abs. 3b: „Einer vertrauensärztlichen Kontrolluntersuchung unterliegen... die Ausweisinhaber von mehr als 70 Jahren alle 2 Jahre,... und Motorfahrzeugführer nach schweren Unfällen oder nach schwerer Krankheiten“.

 

Im Strassenverkehrsgesetz ist ausdrücklich ein Melderecht des Arztes enthalten, eine Entbindung von der ärztlichen Schweigpflicht ist nicht notwendig, SVG Art. 14 Abs. 4

 
 

 

Welche Faktoren beeinflussen die Fahreignung im Alter?

Altersbedingte physiologische Einschränkungen, wie schlechtere Beweglichkeit (z.b. Kopfwenden), Kognitive Verlangsamung (verlangsamte Informationsaufnahme, Verarbeitung und Reaktion) und Einbussen des Sehvermögens (Sehschärfe, Dämmerungs- und Nachtsehen, Gesichtsfeld).

 

Mit zunehmendem Alter treten häufiger verkehrsrelevante Krankheitszustände auf: Beginnende Demenz, nachlassendes Sehvermögen, Schlaganfälle oder Kreislauferkrankungen sind die Hauptursachen für eine eingeschränkte Fahrleistung im Alter.

 

Der gesunde Senior oder Seniorin kompensiert diese Einschränkungen meist noch für einige Zeit, verzichtet aber, wenn er Leistungsmängel selber bemerkt, oftmals freiwillig auf den Führerausweis (durchschnittlich zwischen 80 und 85 Jahren).

 

Frauen und Personen mit höherem Intellekt verzichten häufiger freiwillig.

 
 

 

Diagnoseverteilung und Beurteilung der Fahreignung bei über 70-Jährigen

Untersuchung von 1998 bei 149 Autolenkern über 70 Jahre, die von Drittpersonen gemeldet wurden:

  • 48% beginnende Demenz
  • 24% Sehprobleme
  • 6% Alkoholproblematik
  • Herz-Kreislauferkrankungen

Bei nur 33% konnte eine Fahreignung befürwortet werden.

 

Fazit

  • In der Mehrzahl der Fälle ist eine medizinische Problematik die Ursache für eingeschränkte Fahrleistung.
  • Die beginnenden Demenz ist die wichtigste verkehrsmedizinische Krankheit bei älteren Personen.

 
 

 

Fahreignung und beginnende Demenz

Eine Möglichkeit zur Früherfassung dieser Erkrankung ergibt sich anlässlich der alle zwei Jahre durchzuführenden ärztlichen Kontrolluntersuchung. Die Fahreignung sollte allerdings auch bei aus anderen Gründen stattfindenden Konsultationen berücksichtigt werden.

 

Das Demenzrisiko, insbesondere für den Alzheimer-Typ steigt nach dem 65. Lebensjahr rasch an. Die demenzbedingten Hirnleistungsstörungen beeinträchtigen bereits in einem frühen Krankheitsstadium das Verhalten im Strassenverkehr erheblich.

 

Zu Beginn neigen die Betroffenen dazu, ihre Defizite zu verdrängen und zu verstecken, daher ist beim normalen hausärztlichen Gespräch die beginnende Demenz nicht immer leicht zu erkennen und ohne gezielte Suche kaum festzustellen.
 
 

 

 Stufenweise Abklärung des Arztes bei einer beginnenden Demenz

1. Stufe

Verdachtsmomente:

  • Zeichen von beginnender Verwahrlosung (verschmutzte Bekleidung...).
  • Antworten sind ungenau und weitschweifig.
  • „kleben bleiben“ am gleichen Thema.
  • Wortfindungsstörungen und unvollständige Satzbildung.
  • Verhaltensauffälligkeiten wie Verlangsamung.
  • Umständliches oder unzweckmässiges Vorgehen beim Ent- und Ankleiden.
  • Prüfung des Gedächtnisses: Ereignisse, kurz vor der Untersuchung erfragen (Kurzgedächtnis). Biographische Daten und familiäre Verhältnissen erfragen (Mittel- und Langzeitgedächtnis). Kurze Fragen zur Einschätzung der eigenen Lebenssituation und zu aktuellen politischen Begebenheiten (Urteilsfähigkeit).

2. Stufe

Wenn sich daraus der Verdacht für eine beginnende Demenz stellt, kann der Arzt durch einfache Tests (Mini mental test, Uhrentest, Nachzeichnentest) den Verdacht erhärten.

 

3. Stufe

Auskünfte von Angehörigen oder Bekannten.

 

4.Stufe

Spezielle Abklärungen: Weitere Abklärungen sollen bezüglich Demenz-Ursache, auch unter dem Aspekt einer allfälligen Therapie in einem möglichst frühen Stadium unabhängig von der Fahreignungsprüfung erfolgen.

 

Für den Hausarzt ist es oft problematisch den Patienten zu informieren: Vertrauensverhältnis wird oft massiv gestört, da der Patient oftmals uneinsichtig ist und sich verraten fühlt. Daher empfiehlt sich eine definitive Beurteilung durch den Amtsarzt oder einer speziellen verkehrsmedizinischen Abteilung. Dort können auch spezielle Leistungstest oder im Zweifelsfall ärztlich begleitete Fahrproben durchgeführt werden.

 

 
 

 

Wichtige Hinweise für die Kontrolluntersuchung

  • Abstand der Sehtafel muss genau sein (zwischen 5 bis 6 Metern), sonst falsch hoher Visus
  • Digitale Gesichtsfelkontrolle ist ausreichend, aber zentraler Gesichtsfeldausfall (z.B. bei Glaukom) ist nicht einfach prüfbar, muss augenärztlich abgeklärt werden.
  • „Kopfdrehen“ mindestens 45° beidseits, Bewegung muss aber auch rasch möglich sein.
  • Bei Personen nach Schlaganfall ist eine neuropsychologische Untersuchung wichtig, da oft auch andere Ausfälle vorliegen. 
  • Wichtige Fragen: Bestehen Anfallserkrankungen z.B. Epilepsie, Bewusstseinstrübungen, Psychiatrische Erkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Einschlafneigungen tagsüber, Behandlungen wegen Alkohol- oder Medikamentenkonsum.

 

Wichtig

  • Medizinische  Probleme sind die häufigste Ursache für eine Fahruntauglichkeit.
  • Beginnende Demenz, Gesichtsfeldeinschränkungen und neurologische Erkrankungen sind am häufigsten.
  • Bei über 70-Jährigen ist die beginnende Demenz die häufigste Ursache.
  • Die Fahreignung ist bereits bei leichter Demenz  oftmals nicht mehr gegeben.

 

Mehr zum Thema

Mediscope - Dr. S. Seeger, Symposium 2005 der Zürcher Internisten - gem

17.03.2005 - dzu

 
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