COPD und Begleiterkrankungen
Der Verlauf der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist nicht nur von der Lunge abhängig. Auch Begleiterkrankungen haben einen bedeutenden Einfluss auf den Ausgang der Erkrankung.
COPD und Herz-Kreislaufsystem
Referent: Dr. Don Sin, Vancouver, Kanada
Probleme des Herz-Kreislaufsystems sind bei COPD-Patienten bedeutend. Bei Frauen ist das Risiko sogar noch höher als bei Männern. Dies zeigen die Ergebnisse einer grossen Studie (Lung-Health-Studie).
- Nur 14% der Patienten wurden wegen einer akuten Verschlechterung der COPD hospitalisiert
- 42% jedoch aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen.
Die Daten der 14.5-jährigen Beobachtungszeit dieser Studie zeigen, dass die COPD-Patienten selten an Lungenproblemen sterben. Killer Nummer 1, mit 33%, ist der Lungenkrebs, gefolgt von Krebs anderer Ursache (29%), Herz-Kreislauferkrankungen (22%) und erst an vierter Stelle kommen die Komplikationen bei der Lunge (7.8%).
Kann man etwas dagegen tun? "Natürlich", meint Dr. Sin, "aufhören zu rauchen". Im Vergleich zu weiter-rauchenden Personen sinkt die Sterblichkeit bei Personen, die zwischenzeitlich dem Rauchen aufhören um 30%, bei solchen mit völligem Rauchstopp um 40%.
Hauptaussage: Herz-Kreislauferkrankungen sind die Hospitalisations-Hauptursache bei COPD-Patienten. Der Rauchstopp verlängert die Lebenserwartung!
Übergewicht und schlechte Konstitution
Professor B. R. Celli, Boston, Maine
Verschiedene Faktoren beeinflussen den Krankheitsverlauf. Nicht nur die Lungenfunktion ist für die Einteilung des Schweregrades der COPD von Bedeutung. Auch das Körpergewicht, die Muskelmasse und die Mobilität spielen eine Rolle.
- Ein zu tiefes Körpergewicht ist fatal. Ab einem Body-Mass-Index (BMI) unter 21 nimmt die Sterblichkeit der COPD-Patienten zu.
- Mit zunehmender COPD nimmt die Muskelmasse ab, wobei aufgefallen ist, dass in den Muskeln von COPD-Patienten mehr Entzündungzellen vorkommen (bis zum 5fachen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen).
- Mit abnehmender Mobilität (gemessen anhand des 6 Minuten-Gehtests) nimmt auch die Sterblichkeit zu.
Hauptaussage: Ein COPD-Patient mit tiefem BMI oder ein Patient, der an Gewicht verliert hat eine schlechtere Prognose. Der Verlust an Muskelmasse hat einen negativen Einfluss auf die COPD.
COPD und Diabetes mellitus
Referent: Dr. E. N. Schachter, New York, New York
Zwischen dem Diabetes und der COPD besteht eine Verbindung. Einerseits ist das Rauchen ein eigenständiger Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes und andererseits besteht bei COPD ein erhöhtes Risiko für einen Diabetes. Patienten mit COPD bergen ein 1.8-faches Diabetesrisiko im Vergleich zu Kontrollpersonen (Analysen der Nurses Health-Studie).
Auch die vom COPD-Patienten eingenommenen Medikamente haben Auswirkungen auf den Diabetes. Patienten, die Kortison schlucken entwickeln häufiger eine Zuckerkrankheit als Kontrollpersonen.
Zusammenfassung
Rauchen ist ein Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes. Die COPD-Therapie kann die Diabetes-Behandlung beeinträchtigen und/oder erschweren. Bei Patienten mit schwerer COPD muss ein Diabetes gesucht bzw. strikte behandelt werden.
Bei COPD-Patienten müssen nicht nur die Luftwege untersucht, sondern auch Begleiterkrankungen, die den Ausgang der COPD beeinflussen, gesucht werden.
Mehr zum Thema
| |
| Tellmed online |
| |
| 21.06.2006 - gem |
| |
 |
|