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Chirurgie: Magenband und Magenbypass

Es bestehen klare Richtlinien, in welchem Fall eine Operation überhaupt in Frage kommt. Auch ist nicht jede Methode für jeden Patienten geeignet.

 

Vorraussetzungen, damit eine Operation von den Krankenkassen übernommen wird sind:

 

BMI > 40
(Beispiele: weiblich 160cm, Gewicht >103kg; männlich 175cm, Gewicht >123kg)

< 60 Jahre alt
Mindestens 2 Jahre dauernder erfolgloser konservativer Diätversuch unter ärztlicher Kontrolle  
Mindestens 1 Begleit-bzw. Folgekrankheit (Beispiele Bluthochdruck, Diabetes Typ II)

 

 

Vorgehen am Kantonsspital Luzern (KSL) bei der Abklärung, ob eine Operation für den Patienten in Frage kommt

Der Patient wird vom Hausarzt für die Spezialsprechstunde am KSL angemeldet. Das Gespräch findet zwischen dem Patienten, Chirurgen, Endokrinologen und Psychiater statt.

 

Nicht alle Patienten eignen sich für eine chirurgische Therapie. Häufige Gründe zum Ausschluss ist die mangelnde Kooperation, schwere Essfehler und unkorrigierbar scheinende Essstörungen oder Suchtprobleme (Alkohol).

 

Sind die Voraussetzungen gegeben, dass die Operation von der Krankenkasse übernommen wird und eignet sich der Patient für eine Operation, werden die verschiedenen Operationstechniken vorgestellt.

 
 

Operationsmethoden

 

Operationsart

Operationstechnik
Magenband Laparoskopie (Schlüssellochtechnik) oder offene Operation
Magenbypass Laparoskopie (Schlüssellochtechnik) oder offene Operation

 

Bei beiden Operationsmethoden wird bevorzugt die Schlüssellochtechnik (Laparoskopie) angewandt, da sie

  • weniger belastend
  • weniger infektanfällig
  • weniger Narbenbrüche verursachend ist

Die wirksamste Methode ist der Magenbypass. Langfristig verlieren mehr als 80% der Patienten 60% ihres Übergewichtes.

 

Begleit-bzw. Folgekrankheiten werden geheilt oder verbessert:

  • Bluthochdruck: In 69% der Fälle Heilung
  • Diabetes Typ II: In 83% der Fälle Heilung
  • Schlafapnoe: Verbesserung
  • Gelenk-und Muskelerkrankungen: Verbesserung

Magenband

 

Ein dehnbares Band wird am obersten Teil des Magens angebracht, welches enger oder weiter gestellt werden kann. Dadurch wird der Magen in einen kleinen Pouch („Vormagen“) und den grossen Hauptmagen unterteilt.

  • Die Einengung wird möglichst klein gewählt damit das Volumen des Pouch 15-30ml beträgt.
  • Durch die Einengung wird die Passage verzögert.
  • Durch die Dehnung des Pouch entsteht ein Sättigungsgefühl
  • Das Magenband zwingt langsam zu essen.
  • Die Magenbandeinlage ist nicht für alle Esstypen wie zum Beispiel „süsse Trinker“ geeignet.

Vorteile

Nachteile
Vollständig reversible Methode Hoher Betreuungsaufwand
Geringes Operationsrisiko Gutes Mitmachen des Patienten nötig  (Compliance)
Geringe Veränderung an Organen Hohe Versagerquote  
Keine zusätzliche Einnahme von Spurenelementen wie Vitamine nötig Reoperationen in 20% der Fälle nötig  
  Nicht für alle Esstypen geeignet („süsse Trinker“) 

 

Magenbypass

 

Bei dieser Methode wird der Anfangsteil des Magens (Vormagen, Pouch) vom Restmagen abgetrennt. Der Restmagen verbleibt im Körper. Der so gebildete Vormagen mit einem Fassungsvermögen von 20-30ml wird mit einer hochgezogenen Dünndarmschlinge verbunden.

 

Vorteile

Nachteile
Effektiver Gewichtsverlust. Der Eingriff ist nicht rückgängig zu machen.
Auch für Superdicke (BMI >50) geeeignet. Anatomie des Magendarmtraktes wird verändert.
Geringere Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme als beim Magenband.   Komplikationsrate höher als beim Magenband
Der Esstyp spielt eine weniger wichtige Rolle als beim Magenband.   Sterberisiko (Mortalität) 0.5%. 
  Lebenslanger Ersatz von Vitaminen, Eisen und Kalzium notwendig.

 

 
 

Komplikationen während einer Operation 

  • Während einer laparoskopischen Operation können Probleme auftreten, die dazu zwingen, auf eine offene Operationsmethode umzusteigen.
  • Leck an der Naht mit nachfolgender Bauchfellentzündung.
  • Wundinfekt
  • Narbenbruch

Komplikationen allgemein

  • Embolie
  • Thrombose
  • Lungenprobleme (Entzündung, Kollaps)

Wie wirkungsvoll sind die verschiedenen Therapiemethoden?

 

Medikamentös (Lipasehemmer) Gewicht bleibt gleich.
Magenband Anfangs bis 20% Übergewichtsverlust; nach 10 Jahren ca. 15%.
Magenbypass Erste 2 Jahre 50-60% Übergewichtsverlust, nach 10 Jahren bis 30%. 

 

Nach der Operation wird der Patient im Kantonsspital Luzern in einer speziellen, wöchentlich stattfindenen Sprechstunde weiterbegleitet. Eine Ernähungsberatung beginnt bereits im Spital und wird zu Hause weitergeführt.

 
 

Folgeoperationen

Oft wird vergessen, dass eine Operation auch Folgeoperationen nach sich ziehen kann. Ein massiver Gewichtsverlust kann zu Fettschürzen führen, welche eine plastische Operation (Hautstraffung) nötig machen. Diese anfallenden Kosten werden generell von den Krankenkassen NICHT übernommen.

 
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28.02.2005 - rsu
 



 

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