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In der Lenk hat im Mai erneut die jährliche Fortbildungsveranstaltung für Ärzte stattgefunden.
Organisiert wurde diese Verantstaltung vom Spital Zweisimmen in Zusammenarbeit mit dem Inselspital Bern. Unsere Ärzte waren für Sie anwesend und berichteten zu den Themen "Raucherlunge" und Lungenkrebs. Bei beiden Erkrankungen ist in den meisten Fällen langjähriger Nikotinkonsum zumindest eine der Ursachen.
Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
Die "Raucherlunge" ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine chronische Erkrankung der Atemwege, die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).
Die genauen Ursachen, Beschwerden und der Verlauf der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung werden im Krankheitsbild beschrieben.
70% der Patienten, welche sich wegen Atemnotzuständen (Dyspnoe) dem Arzt vorstellen, haben ein Lungenproblem. Trotzdem werden diese Patienten vorgängig meistens auf Herzprobleme hin abgeklärt.
Die Spirometrie (Lungenfunktionstest) ist eine der zentralen Untersuchungsmethoden bei Lungenleiden. Anhand davon kann der Arzt einen Lungenkollaps frühzeitig bemerken und damit frühzeitig eine geeignete Behandlung einführen.
Die Stadieneinteilung und der Grad der Lungenfunktionseinschränkung der COPD-Erkrankung erfolgt anhand dieser Lungentests (Gradmesser = Erstsekundenvolumen beim verstärkten Ausatmen).
Stadieneinteilung
- Stadium I: leicht = weniger als 80% des Sollwertes; meist sind sich die Betroffenen noch gar nicht bewusst, dass ihre Lungenfunktion nicht normal ist.
- Stadium II: mittelschwer = 50 bis 80% des Solls; leichtes Fortschreiten der Symptome, Kurzatmigkeit nach körperlicher Anstrengung.
- Stadium III: schwere COPD = 30 bis 50% des Solls; gesteigerte Kurzatmigkeit, die die Lebensqualität des Patienten stark beeinflusst.
- Stadium IV: schwere chronische Atembehinderungen = weniger als 30% des Solls; der Patient leidet unter schweren chronischen Atembehinderungen, die ihn in der Lebensqualität stark einschränken; es kann zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen.
Behandlungsmöglichkeiten
Ziel der Behandlung ist das Fortschreiten der Erkrankung zu mindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dabei ist eine absolute und sofortige Rauchabstinenz unabdingbar.
Zu den medikamentösen Möglichkeiten gehören bronchienerweiternde Medikamente (sogenannte kurz- und langwirksame Beta-Agonisten und Anticholinergika), Cortisonbehandlungen, schleimlösende Medikamente und Antibiotika bei bakteriellen Infektionen. Heute weiss man auch, dass COPD-Patienten von einer Rehabilitation profitieren.
Zum Rehabilitationsprogramm gehören: Ausdauertraining, Muskeltraining, Training der Atemmuskulatur, Physiotherapie (z.B. auswurffördernde Massagen), Ergotherapie, Patientenschulung, Ernährungsberatung und psychosoziale Betreuung.
Die Referenten weisen auf die Dringlichkeit der absoluten Rauchabstinenz hin. Nur so kann die Verminderung der Lungenfunktion gestoppt werden.
Bronchialkrebs, Lungenkrebs
Lungenkrebs (Bronchuskarzinom) ist die häufigste Krebstodesursache beim Mann und bei der Frau. In der Schweiz sterben pro Jahr 2'400 Männer und 800 Frauen an einem Bronchialkrebs. Bei Frauen nimmt die Erkrankung zu, bei Männern ab, so die Referenten.
Dabei seien die Prognosen der Erkrankung insgesamt schlecht: die Fünfjahresüberlebensrate hat sich seit 1980 kaum verbessert und liegt bei nur 5 bis 15%.
Therapie des Bronchialkrebs
Die Behandlung hängt vom Erkrankungsstadium ab. Meist wird operiert, der Patient braucht Chemotherapie und/oder zusätzliche Strahlenbehandlungen, oft schon vor der Operation.
Chemotherapien können in allen Stadien der Erkrankung eingesetzt werden. Die Wirkung neuer Medikamente bei fortgeschrittenem Lungenkrebs sei insgesamt aber enttäuschend.
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