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Frühere Studien hatten nur geringe Teilnehmerzahlen und liessen daher keine schlüssigen Aussagen bezüglich zeitlichem Zusammentreffen von aktuellen oder zurückliegenden Depressionen und dem späteren Auftreten von Parkinson zu.
Es war nicht klar ob: a) die Depression nur ein frühes Symptom für eine Parkinsonerkrankung war, b) ob die Depression direkt das Parkinson-Risiko erhöht oder c) ob es gemeinsame Faktoren gibt, die eine Depression und Parkinson auslösen.
In der aktuellen Studie suchten Forscher nun den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antidepressiva (als Zeichen für eine Depression) und dem Risiko an Parkinson zu erkranken.
Dazu analysierten sie Informationen zu Diagnosen, Medikamenteneinnahme und Lebensstil von über 3 Millionen Personen. 1'052 Patienten mit Parkinson wurden identifiziert und mit 6'634 gesunden Menschen mit gleichem Alter und Geschlecht verglichen.
Ergebnisse
- Patienten, die aktuell mit Antidepressiva behandelt wurden, hatten ein bis zu 80% höheres Risiko an Parkinson zu erkranken als solche, die niemals Antidepressiva eingenommen hatten.
- Bei Patienten, bei denen die Behandlung mit Antidepressiva schon länger zurücklag, war das Parkinsonrisiko nur im ersten Jahr nach Behandlungsschluss erhöht; danach nicht mehr.
- Die verschiedenen antidepressiven Wirkstoffe, das Geschlecht und das Alter spielten für die Erhöhung des Parkinsonrisikos keine Rolle.
Fazit der Autoren - Nicht die Antidepressiva sind schuld
Die Autoren betonen: Nicht die Antidepressiva selbst sind der Grund für das erhöhte Parkinson-Risiko, zumal ja auch kein Unterschied bei den verschiedenen Wirkstoffen festgestellt wurde. Weil das Parkinsonrisiko nur im ersten Jahr vor dem Beginn des Parkinsons erhöht war, folgern die Autoren: Depression scheint nicht die Ursache für einen Parkinson zu sein, sondern eher nur ein frühes Zeichen einer Parkinsonerkrankung.
Der Artikel ist eine Zusammenfassung aus einem Kongressbericht der Neurologentagung in Boston, USA.
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