Die Rolle des Bundes in der Gesundheitsförderung
Referat von Bundesrat Pascal Couchepin
Robinson Crusoe hat mehrere Jahre – zuerst alleine und später mit seinem Freund Freitag - als Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel überlebt. Das einzige, worauf er sich verlassen konnte, waren sein eigener Körper, sein Verstand und die Natur. Bundesrat Pascal Couchepin vermutet, dass folgende Faktoren für das jahrelange Überleben von Robinson eine zentrale Rolle gespielt haben:
- Er musste täglich seinen fundamentalen Bedürfnissen nachgehen.
- Er hatte Projekte für die Zukunft.
- Er vertraute auf seine persönlichen Fähigkeiten, die Umgebung für sich zu nutzen.
- Er hatte seine Eigenverantwortung geschult.
Auf unserer „Insel Schweiz“ sind die grossen traditionellen Gesundheitsrisiken bereits seit 150 Jahren eliminiert. Trotzdem werden wir nach wie vor - ja, sogar immer häufiger – krank. Die Bedrohung kommt inzwischen aus einer anderen Ecke: Herz-Kreislauf-Krankheiten, Übergewicht, Selbstmord, psychische Erkrankungen und soziale Isolation machen uns das Leben schwer. Viele Menschen haben Angst vor der ungewissen Zukunft.
Wer soll nun die Verantwortung für die individuelle Gesundheit tragen?
Das Individuum selbst? Der Staat?
Das Ziel des Staates ist es nicht, den Einzelnen vor sich selbst zu schützen. Die Schweizer Politiker können jedoch die optimalen Voraussetzungen für das Ausleben der Eigenverantwortung schaffen. Dazu beitragen können, nebst dem Schutz vor Epidemien und gesundheitsschädigenden Einflüssen am Arbeitsplatz und in der Freizeit, eine gute Sozialpolitik mit Chancengleichheit für alle.
Um diese Voraussetzungen zu schaffen, braucht es jedoch eine gemeinsame Strategie von allen Beteiligten - Bund, Kantonen, Gemeinden und Privatakteuren. Für die Koordination und die Festlegung der Langzeitperspektiven muss der Bund die Zügel in der Hand halten. Die zu diesem Zweck gegründete Kommission „Prävention und Gesundheitspromotion“ wird im Sommer 2006 einen Bericht mit den zu verfolgenden Strategien vorlegen.
Der Bundesrat dankt allen Beteiligten, insbesondere der Gesundheitsförderung Schweiz, für die motivierte Zusammenarbeit. Pascal Couchepin rät, sich bei Aktionen der Gesundheitsförderung und Prävention an 3 wichtige Punkte zu halten:“ Setzen Sie Prioritäten, da die finanziellen Mittel beschränkt sind – Arbeiten Sie mit anderen Akteuren im Gesundheitswesen zusammen - und versuchen Sie, nicht zu viel zu wollen“!
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| Mediscope - Dr. med. Susanne Schnorf-Huber und Dr. med. Daniel Desalmand |
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| 20.3.2006 - dzu |
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