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Ästhetische Dermatologie: Sicherheit vor Falschbehandlung gibt es nur auf Facharztniveau

Schön und jugendlich aussehen – immer mehr Menschen erfüllen sich diesen Wunsch mit Hilfe der Medizin. Vielfach ist dafür heute keine Operation mehr nötig: Die Dermatologie hat in den letzten Jahren eine Fülle von nicht-invasiven Verfahren entwickelt, die das Erscheinungsbild nahezu ohne Belastungen und Nebenwirkungen optimieren. Entscheidend für den Erfolg ist, dass gut qualifizierte Fachärzte die Behandlung übernehmen.

 

Viele Menschen wünschen eine Korrektur störender Hautveränderungen, von Falten, Narben, Pigmentierungen, unschönem Haarwuchs oder Gefässerweiterungen, möglichst ohne Operation und Risiko. Solche Symptome sind oft auch Zeichen der Hautalterung. Für sie gibt es gute Nachrichten: „Die dermatologische Forschung hat in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Verfahren entwickelt, die nicht-invasiv vorgehen und sehr gute Ergebnisse erzielen“, erläuterte Dr. Klaus Fritz, Chairman des EADV Media Committee und Vizepräsident der Europäischen Gesellschaft für Laser Dermatologie.

 

Dermatologische Methoden lösen zunehmend invasive und operative Techniken ab oder machen sie verzichtbar

Die Zeichen der Alterung sind vielfältig: Dazu gehören Pigmente, Textur, Grobporigkeit, erweiterte Äderchen, unschöne Male, Haarverlust oder Damenbärte und schliesslich schlaffe Haut sowie Lichtschäden mit Krebsvorläufern. Früher galt das Entfernen schlaffer Haut, das Lifting, als einzige Möglichkeit der Behandlung. Hier wird die Haut zwar mechanisch gestrafft, sie bleibt aber „die alte“. Heute gibt es für jedes einzelne Altersmerkmal spezifische Behandlungsmethoden, meist ohne Operation.

 

Laser entfernen Pigmente, Gefässe und Haare. Zusammen mit chemical peels glätten sie die Hautoberfläche. Inzwischen lassen sich auch tiefe Hautschichten straffen, neuerdings auch Cellulite. Bewährte Injektionsmaterialien wie Hyaluronsäure glätten Falten, neue Materialien erlauben inzwischen ein höchst differenziertes Vorgehen je nach Hautschicht und Erscheinungsbild. Botulinumtoxin, bekannt aus Indikationen wie Spastik und Lidkrampf, stoppt Schwitzen und bremst sogar schon die Entstehung mimischer Falten, hat also bereits präventive Wirkung in der Ästhetik. Zur Prävention tragen auch differenzierter Lichtschutz und funktionale Kosmetik, mit Inhaltsstoffen, deren Schutzwirkung gegenüber Lichtschäden und Zellalterung in Studien belegt ist, bei. Behandlungen mit unterschiedlichen Lichtwellenlängen, wie die photodynamische Therapie, beseitigen Krebsvorläufer und gleichzeitig auch Zeichen der Lichtalterung. Dabei bleibt das natürliche Aussehen erhalten. Operative Eingriffe sind daher oft nicht mehr nötig. Der Kongress zeigte eine Fülle von Beispielen solcher neuer Entwicklungen.

 

Nur Fachärzte kennen das komplexe Organ ''Haut'' und das breite Spektrum möglicher neuer Therapien

Entscheidend für den kosmetischen und medizinischen Erfolg ist, dass alle dermatologischen Techniken von qualifizierten Fachärzten für Dermatologie eingesetzt werden. Nur sie kennen – schon durch ihre Beschäftigung mit krankhaften Veränderungen – das komplizierte Organ „Haut“ gut genug und zwar Schicht für Schicht. Oft bringt nur eine Kombination unterschiedlicher Methoden, mit denen die einzelnen Bereiche und Schichten der Haut gezielt angesteuert werden, das optimale Resultat. Um schonend und effektiv zu behandeln, ist neben der gründlichen Kenntnis der Hautschichten die Beherrschung von mehr als dreissig Techniken notwendig.

 

Sicherheit vor Falschbehandlung gibt es nur auf Facharztniveau - Verbraucher und Patienten brauchen mehr Schutz und Aufklärung

Ästhetische Behandlungen mit medizinischen Methoden wie Unterspritzungen, Peels und Laser einschliesslich IPL (Intense pulsed light) sollte man auf keinen Fall in einem „Studio“ vornehmen lassen. Das Personal dort verfügt nicht über das nötige Fachwissen und die Folgen können kosmetisch wie medizinisch gravierend sein, das gilt insbesondere für den Einsatz der Lasertechnik. Schon Basiskenntnisse über den Aufbau und die Physiologie der Haut fehlen in solchen Einrichtungen. Oft steht nur ein einziges Gerät zur Verfügung, das für alle möglichen Indikationen angepriesen wird. Der falsche Einsatz solcher Techniken ist ebenso programmiert wie die Resultate: Sie reichen von völliger Wirkungslosigkeit bis zu Verbrennungen der Haut. Oft nötige medizinische oder rezeptpflichtige Begleit- oder Nachbehandlungen müssen unterbleiben.

 

Sogar einfache formale Voraussetzungen, die bei Medizinern Pflicht sind, werden hier nicht erfüllt. So fehlt beispielsweise eine Haftpflichtversicherung, denn es gibt keine Versicherungsgesellschaft, die Nicht-Mediziner in diesem Bereich versichert. Ebensowenig existiert eine Verpflichtung, Laserschutzbeauftragte zu qualifizieren, an Schulungs- und Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen oder Hygienerichtlinien einzuhalten. Deshalb dürfen in einigen EU-Ländern wie Frankreich nicht-medizinische Einrichtungen solche Behandlungen nicht vornehmen, in anderen Ländern werden sie noch in einer rechtlichen Grauzone betrieben. Hier fordern Dermatologen klare gesetzliche Regeln zum Schutz des Verbrauchers.

 
European Academy on Dermatology and Venereology (EADV), Mai 2007, Wien
 
05.06.2007 - dzu
 



 

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