Erektile Dysfunktion (ED) als Vorläufer respektive als Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen
Wichtig: Patienten mit erektiler Dysfunkion (ED) erkranken viel häufiger an einem metabolischen Syndrom als solche ohne ED. Umgekehrt scheint das metabolische Syndrom ein möglicher Risikofaktor für eine ED zu sein.
Das metabolische Syndrom ist eine Kombination aus Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Cholesterin- und Blutzuckerwerten. Diese Kombination stellt einen bedeutenden Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen oder auch für eine Zuckerkrankheit (Diabetes) dar.
Eine Studie untersuchte bei gesunden Männern, wie häufig über einen Zeitraum von 15 Jahren ein metabolisches Synrom auftritt. Ein metabolisches Syndrom wurde dadurch definiert, dass 3 oder mehr der folgenden Parameter vorhanden waren:
- Taillenumfang > 102 cm
- Blutdruckwerte > 130 mm HG (oberer Wert), > 85 mm HG (unterer Wert), oder der Einsatz von Blutdruckmitteln
- Erhöhte Blutfettwerte oder der Einsatz von Lipidsenkern (Blutfett-Senker)
- Zuckerkrankheit (Diabetes Typ II)
Von 882 Männern, die am Anfang kein metabolisches Syndrom aufwiesen, entwickelten nach 10 respektive 15 Jahren 29.6% das Syndrom. Dabei hatten jene Männer mit ED ein grösseres Syndrom-Risiko (1.74 mal häufiger) als Männer ohne ED.
Resultat
Unabhängig vom Alter und Gesundheitsstatus haben Männer mit ED ein 50% höheres Risiko für ein metabolisches Syndrom als die anderen Männer. Die Autoren empfehlen deshalb die Patienten über die erektile Funktion zu befragen, um damit frühzeitig diese Erkrankung zu diagnostizieren.
Eine andere Untersuchung befasste sich mit Männern mit metabolischem Syndrom und untersuchte diese auf eine Erektile Dysfunktion hin. 268 Patienten nahmen an der Studie teil und beantworteten Fragen zur ED mittels IIEF-Fragebogen.
Die Auswertungen zeigten, dass Patienten mit gestörter Glucosetoleranz, erhöhtem Taillenumfang oder erhöhtem Blutdruck im Durchschnitt schlechtere erektile Funktionswerte aufwiesen als solche mit anderen Risikofaktoren. Ausserdem hatten Patienten mit einem metabolischen Syndrom ebenfalls deutlich häufiger eine ED.
Referenzen: 1. Abstract 1236: Shabsigh R et al, Erectile Dysfunction predict risk of metabolic syndrome in aging men? Results from the Massachusetts male aging study, AUA 2005.
2. Abstract 1273: Demir O et al, Erectile Dysfunction evaluation through the metabolic syndrome window, AUA 2005.
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| 27.06.2005 - dzu |
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