Neue Impfungen für chronische, nicht infektiöse Krankheiten
Mediziner referierten am diesjährigen Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM) über die Entwicklung von drei neuen Impfstoffen zur Bekämpfung von Sucht- und Allergie-Erkrankungen.
In Europa wurden die ersten Impfungen im 18. Jahrhundert entwickelt. Seit den Anfängen der ersten Impfungen haben sich nicht nur die Effektivität, sondern auch die Nebenwirkungen und die Sicherheit der Impfungen verbessert.
In der heutigen Zeit ist das Infektionsrisiko rapid kleiner geworden, dafür haben sich andere Krankheiten entwickelt, die es zu bekämpfen gilt.
Die Entwicklung neuer Impfstoffe – in Richtung Bekämpfung von Sucht- und degenerativen Krankheiten – wird nun vorangetrieben.
Am Kongress der Schweizerischen Gesellschaft für Inne Medizin (SGIM) wurden drei konkrete Projekte vorgestellt:
Impfung gegen Nikotinabhängigkeit: Nikotinkonsum ist die häufigste verhinderbare Todesursache weltweit. Mit einer Impfung (einem Nikotin-Antikörper), soll das Eindringen von Nikotin ins Gehirn reduziert werden. Die Folge sind vermindertes Verlangen nach Nikotin und die Verhinderung von erneutem Rauchen nach einmaligem ''Ausrutscher''. Klinische Tests haben viel versprechende Ansprechraten gezeigt.
Impfung gegen Allergien und Asthma: Bis heute werden Allergien folgendermassen behandelt: Allergenvermeidung, Behandlung der Beschwerden (Symptom-Behandlung) und Desensibilisierung. Eine vierte Möglichkeit wurde an einer ersten Studie mit 20 Teilnehmern getestet. Bei Nasenschleimhaut- und Bindehautentzündungen (Rhinokonjunktivitits) und Asthma wegen einer Hausstaubmilbenallergie hat ein neuer Impfstoff zu einer starken Verminderung der Schnupfen- und der Asthma-Symptome geführt.
Impfung gegen Adipositas: Übergewicht hat auch in der Schweiz epidemische Ausmasse angenommen. In einer Studie wurde 112 stark übergewichtigen Patienten ein Impfstoff verabreicht; nach 6 und 12 Monaten Kontrolle zeigte sich, dass der Impfstoff gut toleriert wurde und keine bleibenden Schäden nachweisbar waren. Ebenso stellten die Mediziner fest, dass eine Dosis-Wirkungs-Beziehung bestand, also je höher die verabreichte Dosis war, desto besser die Wirkung.