Rheuma Top: Biologika bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen
Referenten: PD Dr. Diego Kyburz, Professor Jürgen Braun, Herne, Deutschland
Biologika sind eine neue Klasse von Medikamenten. Sie greifen in das immunologische Geschehen im Körper ein, indem sie vor allem Entzündungsvorgänge hemmen. Es sind biologische Gegenspieler der Zytokine. Zytokine sind entzündungsauslösende Botenstoffe, die von den Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems abgegeben werden.
Dazu gehören u.a. der Tumor Nekrose Faktor alpha (TNF) und das Interleukin-1. Die entscheidenden Heilmittel sind Eiweisse. Diese Eiweisse können in Bakterien, Hefen oder Säugerzellen produziert werden.
Verschiedene Studien zeigten, dass der Einsatz von TNFalpha-Hemmern bei der rheumatoiden Arthritis (RA) zu einem besseren körperlichen Wohlbefinden führt, indem die Entzündungs- und knochenzerstörende Aktivität reduziert wird. Teilweise kann die Knochendestruktion sogar gestoppt werden (radiologisch dokumentierter Stopp). Dann kann von Heilung gesprochen werden.
Etwas 30% der Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) sprechen hingegen auf TNFalpha-Hemmer nicht an. Der Einsatz von andern Biologika zeigte bei TNFalpha-resistenten Fällen therapeutische Erfolge.
Prof. Diego Kyburz: „Der Enthusiasmus gegenüber von Biologika ist durchaus gerechtfertigt. Die Biologika vermindern den Anteil therapieresistenter RA-Fälle und können - falls bereits bei früher aggressiver RA eingesetzt - die Krankheit zum Stillstand bringen“.
Gemäss Professor Jürgen Braun wirken Biologika auch bei verschiedenen anderen Spondylarthritiden (Gelenksentzündungen). Die Entzündungsaktivität kann hier aber nur gedämmt und die Knochenzerstörung verlangsamt werden. Heilungserfolge blieben bis anhin aus.
Trotzdem sollten auch hier Biologika verwendet werden, da bis vor der Biologika-Ära nur symptomatische, schmerzreduzierende Medikamente zur Verfügung standen. Diese beeinflussten aber weder die Entzündungsaktivität noch die Knochenzerstörung.
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| 14.09.2006 - dzu |
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