Weissdorn bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
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Die ersten Angaben über den Gebrauch von Weissdorn bei Herzerkrankungen gehen auf das 19. Jahrhundert zurück.
Die moderne Medizin nutzt vor allem Extrakte aus Weissdornblättern mit Blüten wegen ihrer herzstärkenden und herzschützenden Wirkung und weniger Extrakte aus Weissdornbeeren.
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Nur für Weissdornblätter mit Blüten ist offiziell anerkannt, dass sie einen hohen Anteil an wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen enthalten. Weissdornfrüchte haben diese Anerkennung nicht.
Obwohl Weissdornextrakte aus Blättern mit Blüten bei chronischer Herzschwäche angewendet werden und eine Verbesserung Herzinsuffizienz-bedingter Symptome zeigen, gibt es dennoch kritische Stimmen.
Eine wissenschaftliche Arbeit fasste die Resultate aller vorhandenden Studien zum Einsatz von Weissdornextrakten aus Blättern mit Blüten zusammen um die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei chronischer Herzinsuffizienz beweisen zu können.
Eine andere Arbeit zeigt den aktuellen Kenntnisstand über die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Extrakten aus Weissdornbeeren bei Herzinsuffizienz.
Definition der Herzschwäche, Herzinsuffizienz (HI)
Herzinsuffizienz bedeutet eine unzureichende und ungenügende Pumpleistung des Herzens.
Einteilung der HI nach ihrem Schweregrad
Geläufig ist die Einteilung der New York Heart Association (NYHA).
| I |
Beschwerdefrei |
| II |
Beschwerden bei stärkeren Belastungen |
| III |
Beschwerden bei leichten Belastungen |
| IV |
Beschwerden in Ruhe |
Weissdorn-Extrakt aus Blättern und Blüten zur Behandlung der chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Es wurden 26 relevante klinische Studien identifiziert.
- 18 Studien kamen für die Auswertung nicht in Frage, weil sie bestimmte wichtige Kriterien nicht erfüllten.
- 8 Studien erfüllten die Bedingungen.
- Primär wurde die maximale Arbeitsbelastung mittels Ergometrie gemessen. Dabei wird die Arbeitsleistung nach Zeitdauer inMinuten und nach Schwere in Watt geprüft (z.B. Fahrradtreten).
- Weissdorn-Extarkt wurde immer als Zusatzmedikation zu einer bereits bestehenden Basismedikation gegeben.
- Die Herzinsuffizienz-Schweregradzuteilung wurde anhand den NYHA-Kriterien vorgenommen und betrug in den häufigsten Fällen Stufe II.
- Verwendet wurde in 7 von 8 Studien der standardisierte Extrakt WS® 1442.
Resultate:
- Die Auswertung ergab eine signifikante Steigerung der max. Arbeitsbelastung von 7 Watt zugunsten der Patienten, welche mit Weissdorn-Extrakt behandelt worden waren.
- Unerwünschte Arzneimittelwirkungen waren generell schwach (Benommenheit und Schwindel).
Fazit:
- Standardisierter Weissdorn-Extrakt aus Blättern mit Blüten steigert die max. Arbeitsbelastung bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (NYHA II) im Vergleich zu einem Scheinmedikament (Placebo).
- Aufgrund der vorhandenden Datenlage ist unklar, ob auch Patienten ohne Basismedikation von einer Therapie mit Weissdorn-Extrakt profitieren.
- Weissdornextrakt wird gut vertragen.
Weissdorn-Extrakt aus Früchten zur Behandlung der chronischen Herzschwäche
- Zusammenfassung des aktuellen Kenntnisstandes über die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei der Anwendung von Weissdornbeerenextrakt bei Herzerkrankungen.
- 5 Studien mit 24 gesunden Versuchspersonen und 271 Patienten wurden verwendet.
- Die Präparate enthielten Weissdornextrakt aus Beeren (Crataegus oxyacantha, C. monogyna)
Resultate:
- Die Studien waren von unterschiedlicher Qualität und zeigten eine Verbesserung der Belastungstoleranz bei Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA II.
- Die Verträglichkeit der Weissdornpräparate war in allen Studien gut.
Fazit:
- Die Wirksamkeit von Weissdornbeeren in einer Studie mit 140 Patienten mit Herzinsuffizienz NYHA II scheint vergleichbar mit der von Präparaten aus Blättern mit Blüten.
- Da die untersuchte Patientenzahl relativ klein war, sollte die Wirksamkeit in weiteren Studien bestätigt werden.
- Die Verträglichkeit war in allen Studien gut. Die unerwünschten Wirkungen von Beeren scheinen ebenso gering zu sein wie bei Präparaten aus Blättern und Blüten.
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