Wie erkennt der Arzt eine Erektile Dysfunktion (ED), wie erkennt der Mann selber die ED
Unter Einbezug von beschriebenen Risikofaktoren oder bestehenden Krankheiten kann der Arzt mit bestimmten Tests (welche vorbestimmte Domänen enthalten) den Schweregrad einer ED eruieren.
Die Erektile Dysfunktion (ED) ist im medizinischen Alltag immer häufiger bei älteren aber auch bei jüngeren Männern mit entsprechenden Risikofaktoren anzutreffen. Prof. Hellstrom, New Orleans, USA wies eindringlich auf die Gefahr der ED hin, da diese Krankheit oft Vorläufer einer Herz-Kreislauferkrankung ist (z.B. Schlaganfall, Herzinfarkt ). Die frühzeitige Erkennung und adäquate Behandlung reduziert die Gefahr eines tödlichen Herz-Kreislaufereignisses.
Er wies darauf hin, dass Männer mit ED meist selbst realisieren, dass ihre Erektion zu langsam, zu selten, zu wenig lang oder gar nicht eintritt.
Gemäss Prof. Hellstrom helfen verschiedene Fragebogen, den Schweregrad einer ED genau zu ermitteln. Zum Beispiel der International Index of Erectile Function (IIEF). Dieser beinhaltet 5 verschiedene Domänen, nach denen der Schweregrad eingeteilt wird. Eine ED besteht bei einem IIEF <26.
5 IIEF Domänen:
- Erektile Funktion
- Orgasmusmöglichkeit
- Sexuelles Bedürfnis
- Sexuelle Befriedigung nach Geschlechtsverkehr
- Allgemeine Zufriedenheit
Die ED wird weltweit weiter zunehmen, am gravierendsten in Asien, aber auch in der USA und in Europa. Diese Spekulation geht einher mit der Zunahme von Herz-Kreislauf- Risikofaktoren und des zunehmend ungesunden Lebensstils.
Risikofaktoren
Wichtige Risikofaktoren für ein erhöhtes Risiko für ED sind:
- Höheres Alter
- Bluthochdruck
- Stoffwechselerkrankungen wie Zuckerkrankheit (Diabetes Typ II) und/oder erhöhte Blutfettwerte (Hypercholesterinämie)
- Depression
- Rauchen
Diese Risikofaktoren werden auch mit dem Schweregrad der ED assoziiert, das heisst je mehr Risikofaktoren bestehen, desto schwerer (IIEF) kann die ED sein.
Daneben gilt es noch andere Faktoren in die Behandlungsstrategie einzubeziehen, nämlich die psychischen und die demographischen Faktoren, sowie bestehende Herz-Kreislauf-Beschwerden (z.B. Angina pectoris, periphere Gefässerkrankungen) sowie deren Risikofaktoren.
Weiter referierten Ahn und Kollegen darüber, dass das Resultat einer Befragung zur erektilen Dysfunktion vom Geschlecht der Interviewpartner abhängig sei. Würden die ED-Männer von einem Mann befragt, hätten sie die Tendenz, ihre erektile Funktion zu beschönigen.
Die Autoren empfehlen deshalb diesen Trend bei einer Fragebogenauswertung zu berücksichtigen.
Referenzen: 1. McKinley JB et al, The worldwide prevalence and epidemiology of erectile dysfunction, Int J Impot Res 2000;12(suppl 4):6-11. 2. Feldman HA et al, Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. J Urol. 1994 Jan;151(1):54-61. 3. Burchardt M et al, Hypertension is associated with severe erectile dysfunction. J Urol. 2000 Oct;164(4):1188-91. 4. Jackson G et al, Erectile dysfunction and cardiovascular disease. Int J Clin Pract. 1999 Jul-Aug;53(5):363-8. 5. Ahn T.Y. et al, The influences of interviewer’s gender on the informativeness of self-administered questionnaire for erectile dysfunction (Abstract 20, AUA 2005).
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| Mediscope |
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| 23.06.2005 - dzu |
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