Referenten der Endoclinik Hirslanden, Zürich:
Gelenkchirurgie (Endoprothetik) – Einführung in die fünzigjährige Erfolgsgeschichte
Vortrag von Dr. med. Marc Marty
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Neue Materialien sowie
Operations-Techniken
haben die Gelenkchirurgie
revolutioniert |
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Ende der 1960-er Jahre wurde in England erstmals erfolgreich ein künstliches Hüftgelenk einzementiert. Damit begann die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte der Kunstgelenkschirurgie.
In den folgenden 50 Jahren wurden das Design und die verwendeten Materialen verfeinert, was zu einer längeren Funktionsdauer der künstlichen Gelenke beitrug.
Die ersten künstlichen Gelenke bestanden meist aus einem einzigen Guss. Heute ist ein Kunstgelenk aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die bei Bedarf einzeln ausgewechselt werden können.
Auch die Operationstechniken haben sich gegenüber früher verändert. Früher war eine Gelenksersatzoperation mit grossem chirurgischem Aufwand und entsprechend langen Spitalaufenthalten sowie einem höherem Komplikationsrisiko verbunden. Heute arbeiten die Chirurgen mit verfeinerten Operationstechniken(minimal invasiv) und nutzen teilweise moderne Computertechnologien für die Arbeit an den Gelenken. Die Zeit des Spitalaufenthaltes sowie die Rehabilitationsdauer verkürzte sich dadurch wesentlich.
15‘000 Hüftprothesen, 10‘000 Knieprothesen jährlich in der Schweiz – Tendenz steigend
Die Menschen werden immer älter und haben einen anderen Anspruch an ihre körperliche Fitness, wie noch vor 50 Jahren. Das führt uns zur Frage:
Wie lange hält ein künstliches Gelenk?
Drei Faktoren stehen hier im Fokus: Das Alter bei der Operation und der Aktivitätsgrad des Patienten, die Wahl des Materials sowie der Operationstechnik.
Alter und Aktivitätsgrad
Der Grad der Aktivität oder der Anspruch des Patienten an das Gelenk bestimmt die Lebensdauer eines Kunstgelenkes deutlich mit. Ein jüngerer Patient, der körperlich sehr aktiv ist, muss damit rechnen, dass ein künstliches Gelenk sich eher frühzeitig lockert oder instabil wird als der ältere Patient, der nicht mehr den Anspruch hat, mit dem neuen Gelenk einen Marathon laufen zu wollen. Aber: Mit den modernen Prothesensystemen sind heute einerseits gute Langzeitergebnisse möglich und andererseits Austauschoperationen von gelockerten Kunstgelenken viel einfacher durchführbar. Somit spielt das Alter des Patienten bei der Erstoperation nur noch eine untergeordnete Rolle.
Wahl des Materials
Bevorzugte Materialen heute sind Stahl, Titan, Polyethylen (Kunststoff) und Keramik. Stahl wird nach wie vor meistens einzementiert. Titan hingegen nicht, was eine Auswechslung wesentlich vereinfacht. Insbesondere in der Hüftprothetik hat sich die zementfreie Implantierung bewährt. Die Wahl der Kombination der Gleitpaarungen (Flächen die aufeinander reiben) hat einen grossen Einfluss auf das Abriebverhalten und damit auf die Dauer der Funktionstüchtigkeit des Kunstgelenkes.
Operationstechnik
Das minimalinvasive Operationsverfahren ist heute praktisch Standard. Der Operationsaufwand für den Chirurgen ist dadurch zwar nicht wesentlich kleiner. Für den Patienten ist diese Operationstechnik aber viel angenehmer. Auf die Dauerhaftigkeit eines Gelenkes hat diese Technik aber keinen Einfluss.
Dank jahrelanger Erfahrung und dem Einsatz moderner Navigations- und Vermessungstechnologien kann eine viel genauere Positionierung des Kunstgelenkes erreicht werden, was mit dazu beiträgt, dass das künstliche Gelenk besser funktioniert und allenfalls länger hält.
Zum Referenten
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Dr. med. Marc Marty
Endoclinic Hirslanden |
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| | Dr. med. Marc Marty, Facharzt FMH für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates an der Endoclinik Hirslanden, Zürich
Spezialgebiet: Kunstgelenkversorgung (Knie, Hüfte, Schulter), arthroskopische Chirurgie (Knie, Schulter, Ellbogen, Sprunggelenk)
www.endoclinic.ch
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