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Obwohl die Zahl antiobitkaresistenter Keime in den letzten Jahren zugenommen hat, hat sich das Verhalten der Patienten gegenüber dem Antibiotika-Konsum kaum verändert.
80% stehen den Antibiotika neutral gegenüber; lediglich 20% machen sich Gedanken darüber, ob ein Antibiotikum bei einer Behandlung Sinn macht oder nicht oder lehnen ein solches gar ab. Noch schlimmer: Über 50% meinen fälschlicherweise, Antibiotika würden Viren - statt Bakterien - abtöten. Das hat eine Befragung der EU-Kommission an rund 27'000 Personen in den 27 EU- Ländern ergeben.
In der Schweiz werden seit 2006 über das Überwachungs-Sentinellasystem anresis.ch Daten zu Antibiotikakonsum und -resistenzen aufgezeichnet. Diese Daten zeigen, dass sich auch in der Schweiz das Verhalten gegenüber den Antibiotika trotz vermehrten Resistenzmeldungen nicht verändert hat.
Dennoch: Der Antibiotikakonsum in der Schweiz im ambulanten Bereich ist gegenüber jenem in den EU-Ländern relativ gering.Im stationären Bereich, in dem die Daten über die Spitalapotheken von rund 50 Schweizer Akutspitälern erhoben werden, bewegt sich die Schweiz im europäischen Mittelfeld.
Die EU- sowie auch Schweizer Experten warnen vor einer fortschreitenden Zunahme der Resistenzen und fordern eine breite Zusammenarbeit sowie Aufklärungsmassnahmen und zwar sowohl in der Human- wie auch in der Veterinärmedizin.
Dabei sei ein Informationstag – wie es die EU vorschlägt – nicht genug, so die Schweizer Experten. Das Thema müsse konstanter, spezifischer und verbindlicher, zum Beispiel über die Hausärzte und Spitalärzte in der täglichen Praxis, angegangen werden.
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