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Medikamente werden in der Schweiz zu teuer verkauft
 
Eine santésuisse-Studie zeigt, dass die Schweizer Margen bei Medikamenten im Schnitt einen Viertel höher sind als in Referenzländern Europas. Verschreibungspflichtige Medikamente belasteten im Jahr 2010 die Prämienzahler in der Grundversicherung mit rund 4.8 Mrd. Schweizer Franken.

Davon flossen 1.3 Mrd. Schweizer Franken als Marge an den Handel. Die Krankenversicherer fordern, dass die Schweizer Margen auf das europäische Niveau gesenkt werden. Das Sparpotenzial beträgt 300 Mio. Schweizer Franken zugunsten der Prämienzahler.

 

Die verschreibungspflichtigen Medikamente machen mit rund 90 Prozent den Grossteil der von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vergüteten Arzneimittel aus. Im Jahr 2010 wurden solche Medikamente in Höhe von rund 4.8 Mrd. Schweizer Franken zulasten der OKP abgerechnet. Dabei entfielen 3.4 Mrd. Schweizer Franken auf die Hersteller, 1.3 Mrd. Schweizer Franken auf den Handel - Grossisten, Apotheken, selbstdispensierende Ärzte und Spitäler - sowie 110 Mio. Schweizer Franken via Mehrwertsteuer auf den Staat.

 

Der heute vorgestellte Auslandvergleich fokussiert auf die Handelsmarge. Vergleichsländer für die santésuisse-Studie sind Dänemark, Deutschland, England, Holland, Frankreich und Österreich – die gleichen Referenzländer, welche das Bundesamt für Gesundheit zur Festsetzung der Preise von Arzneimitteln heranzieht. In allen Ländern wurde die Marge als Differenz zwischen Fabrikabgabepreis und dem Publikumspreis ohne Mehrwertsteuer berechnet und um die unterschiedlichen Niveaus der Vergleichländer bei Löhnen, Mieten, Zinsen und Preisen der Medikamente bereinigt.

 

Der um Preis- und Zinsniveau bereinigte Margenvergleich zeigt auf, dass die Schweiz die höchste Handelsmarge im Medikamentenbereich aufweist. Die übrigen Länder liegen bis zu 45 Prozent unter dem Schweizer Niveau. santésuisse fordert deshalb, dass die Höhe der Vertriebsmarge auf das ausländische Niveau gesenkt wird. Dies soll geschehen, indem santésuisse künftig die Marge direkt mit den Vertriebspartnern aushandelt. Dafür muss das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die entsprechende Verordnung ändern. Das Einsparpotential zugunsten der Prämienzahler beträgt 300 Mio. Schweizer Franken (1.5 Prämienprozent). Diese Forderung von santésuisse deckt sich mit denjenigen des Preisüberwachers und der Prämienzahler. Letztere erhoffen sich laut Umfragen (sondage santé, comparis) von den Versicherern, dass diese die hohen Medikamentenpreise anprangern und sich für deren Senkung einsetzen


santésuisse

23.11.2011 - dzu


 

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