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Medikamentenmarkt 2010: Rückgang um 1.3 Prozent
 
Der Medikamentenmarkt Schweiz ging im vergangenen Jahr um 1,3% auf CHF 4,82 Mia. zurück. Im Jahr 2009 hatte noch eine Zunahme um 3,4% resultiert. Dies ist der erste Rückgang im Medikamentenmarkt seit der Erfassung von Marktdaten in der Schweiz. Experten befürchten eine Stagnation.

Der Medikamentenmarkt Schweiz 2010 nahm gemäss einer Analyse von IMS Health im Vergleich zum Vorjahr von CHF 4,88 Mia. um 1,3% auf CHF 4.82 Mia. ab (Basis: Fabrikabgabepreis). Grund für den Rückgang sind Preissenkungen für Originalmedikamente und Patentabläufe umsatzstarker Medikamente. Die Anzahl verkaufter Medikamentenpackungen erhöhte sich um 0.5% auf 205.3 Mio. Einheiten (Vorjahr: + 2.1%). Der Generikamarkt nahm um 4% auf CHF 467.9 Mio. zu. Damit stieg der Marktanteil der Generika im generikafähigen Markt von 27.5% im Jahr 2009 auf 31.2% im Jahr 2010.

 

Stagnation im kassenpflichtigen Markt

Die massiven Preissenkungen sowie die Patentabläufe umsatzstarker Medikamente wurden im Marktsegment der kassenpflichtigen Medikamente durch das starke Wachstum der Medikamente gegen rheumatoide Arthritis und zur Behandlung von HIV einerseits und durch das Mengenwachstum anderseits knapp kompensiert. So belief sich das Wachstum wertmässig auf 0.1%. Das Volumen des kassenpflichtigen Marktes belief sich 2010 zu Fabrikabgabepreisen auf CHF 3.87 Mia.

 

Stagnierender Markt 2011

IMS Health rechnet in diesem Jahr in der Schweiz trotz Einführung neuer, innovativer Medikamente mit einem stagnierenden Medikamentenumsatz (-1 bis +1%). In den 27 EU-Ländern dagegen werden 2 bis 4% Wachstum erwartet, weltweit gar 4 bis 7%. Das weltweite Wachstum wird namentlich geprägt von Brasilien, Russland, Indien und China.

 

Massive Einsparungen seit 2005

Wie Thomas Binder, Geschäftsführer der vips Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, an einer Medienkonferenz ausführte, gab es seit 2006 im Rahmen von ausserordentlichen und ordentlichen Massnahmen 7'000 Preissenkungen von Medikamenten in der Spezialitätenliste. Diese Anpassungen bewirkten von 2006 bis Ende 2010 kumulierte Einsparungen zu Fabrikabgabepreisen von rund CHF 1.9 Milliarden. Sie hatten eine deutlich dämpfende Wirkung auf die Krankenkassenprämien. In den 2 nächsten fünf Jahren werden weitere Einsparungen als Folge des ablaufenden Patentschutzes umsatzstarker Originalmedikamente und neuer Generika resultieren.

 

Die Pharmaindustrie schätzt dieses Potential bis Ende 2016 zu Fabrikabgabepreisen auf kumuliert gegen CHF 650 Mio. Hinzu kommen weitere Einsparungen im Generikabereich auf Grund von zusätzlichen Massnahmen des Bundesrates, die im Verlauf von 2011 eingeführt werden. Diese werden vom Bundesamt für Gesundheit zu Fabrikabgabepreisen auf rund CHF 90 Mio. für die ersten zwölf Monate nach der Einführung veranschlagt. Alle Massnahmen zusammen bewirkten einen Rückgang des Anteils der Medikamente an den gesamten Gesundheitskosten in der Schweiz.

 

Währungsprobleme beim Auslandpreisvergleich

Auf die Probleme des starken Frankens für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz wies Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma, hin: "Unsere Firmen geben in der Schweiz sechsmal soviel für die Forschung aus, als sie hier Umsatz erzielen. Der starke Franken verteuert die Kosten der Forschung und des Schweizer Standorts und wirkt sich negativ auf Exporterlöse aus."

 

Damit habe die Industrie umzugehen gelernt. Wenn aber zusätzlich wegen des regelmässigen Auslandpreisvergleichs allein aufgrund der Währungsspekulation in der Schweiz noch die Preise gesenkt werden müssen, sei dies zuviel des Guten. "Neben andern Massnahmen braucht es dringend eine Überprüfung der Modalitäten des Auslandpreisvergleichs, wenn man den Standort nicht schwächen will", fordert Cueni.


 


Interpharma ph

25.01.2011 - dzu


 

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