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Placebo-Therapien: Schweizer Patienten wollen mehr Informationen
 
Schweizer Patienten sind Placebo-Anwendungen in der Therapie aufgeschlossen, sie möchten aber wissen, was sie genau bekommen. Die Hausärzte hingegen sind eher zurückhaltenden gegenüber Scheinbehandlungen. Dies zeigte eine Umfrage der Universität Zürich.

 
Die Forscher der Universität Zürich befragten 414 Patienten zu Placebo-Anwendungen als Therapie.

 

87% der Befragten gaben an, dass „sie glauben, dass allein der Glaube an die Wirksamkeit einer Therapie die Beschwerden lindern  könnte.“ Von 232 befragten Hausärzten aus dem Kanton Zürich waren 92% derselben Meinung.

 

Wenn es um die konkrete Anwendung von Placebo-Therapien geht, seien die Patienten offener als die Hausärzte: Bei der Beurteilung von sechs Beispielen für solche Behandlungen zeigten sich die Patienten offen, die Hausärzte waren eher zurückhaltend bei der Anwendung eines Scheinmedikaments.

 

Das Informationsbedürfnis der Patienten ist gross: 72% möchten unbedingt informiert werden, wenn der Arzt eine Placebo-Behandlung plant, das heisst, wenn er ein Medikament mit unspezifischer Wirkung einsetzt. Die Ärzte hingegen meinten, lediglich ein Drittel der Patienten haben den Wunsch nach mehr Informationen.

 

Bereits in einer früheren Umfrage bei Ärzten haben Fässler und ihre Kollegen aufgezeigt, dass bloss 28% der Ärzte angaben, nie Scheinbehandlungen einzusetzen. Reine Placebos (zum Beispiel Kochsalz oder Zuckertabletten) werden allerdings selten eingesetzt. Meist sind es Verfahren, welche zwar eine pharmakologische oder physikalische Wirkung besitzen, jedoch nicht spezifisch gegen die jeweilige Erkrankung. Genannt seien hier zum Beispiel Vitamininfusionen gegen Krebs.


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22.02.2011 - dzu


 

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