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Projekt zur Stärkung der Gesundheitsförderung im Alter
 
Das neu lancierte interkantonale Projekt «Best Practice Gesundheitsförderung im Alter» soll die Chancen auf eine autonome Lebensführung im Alter für die Schweizer Bevölkerung gezielt verbessern und so die steigenden Kosten für Krankheit und Pflege langfristig eindämmen. Das Projekt wurde anlässlich der nationalen Tagung «Alter in Bewegung» gestern in Bern einem breiten Publikum vorgestellt.

Der Bericht des Gesundheitsobservatoriums Schweiz (Obsan) von Dezember 2010 beziffert die demographische Entwicklung in der Schweiz auf eindrückliche Weise: Bis zum Jahr 2030 dürfte die Zahl der über 65-Jährigen um 66 Prozent zunehmen und damit die 2-Millionen-Grenze überschreiten. In der Folge wird auch der Bedarf an Pflegebetten wachsen – gemäss optimistischer Schätzung um 30 Prozent, im schlechtesten Fall um 115 Prozent.

 

Alleine im Kanton Bern mit seinen 0.9 Mio. Einwohnern und 14'500 Pflegeheimplätzen betragen die Gesamtkosten für Pflegeheimkosten heute bereits CHF 1.3 Mrd. pro Jahr. Hochgerechnet für die gesamte Schweiz ergeben sich jährliche Kosten von CHF 8.1 Mrd. Ursächlich damit verbunden sind beispielsweise Kosten von Sturzunfällen von CHF 1.4 Mrd. pro Jahr.

 

Viele Altersleiden durch Prävention vermeidbar

Ein zunehmender Anteil älterer Menschen muss jedoch nicht zwangsläufig steigende Gesundheitskosten nach sich ziehen. «Wir wissen heute, dass viele klassische Altersleiden wie Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder des Bewegungsapparates, Krebskrankheiten und Diabetes lebensstilbedingt sind und sich durch geeignete Präventionsmassnahmen verringern oder gar verhindern lassen», sagt Thomas Mattig, Direktor von Gesundheitsförderung Schweiz. Verbindliche Standards für die Gesundheitsförderung im Alter etwa in Form einer allgemein anerkannten Best Practice oder von Zielgrössen fehlen aber noch weitgehend.

 

Hier setzt das neu lancierte interkantonale Projekt «Best Practice Gesundheitsförderung im Alter» an. An der gestrigen nationalen Tagung «Alter in Bewegung» wurde der Ansatz mehr als 150 Fachleuten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft vorgestellt – darunter 18 Kantonen, Organisationen wie der Spitex oder Pro Senectute und Vertretern der Krankenkassen.

 

Zu den Projekt-Partnern gehören neben Gesundheitsförderung Schweiz und der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu die zwölf Kantone Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Basel-Landschaft, Bern, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Uri, und Zug. Unter diesen kommt dem Kanton Bern die Vorreiterrolle zu. Seit 2011 ist Gesundheitsförderung Schweiz rechtliche Trägerin von «Best Practice Gesundheitsförderung im Alter». Das Projekt gibt wichtige Impulse für sämtliche Akteure, die qualitativ hochstehende und wirksame Dienstleistungen in der Gesundheitsförderung für ältere Menschen erbringen. Nutzniesser sind ältere Menschen, die noch zuhause leben und nicht dauerhaft pflegebedürftig sind.

 

Erste Projekte werden 2011 umgesetzt

Die Erkenntnisse aus dem Projekt «Best Practice Gesundheitsförderung im Alter» sollen schweizweit in Projekte einfliessen, welche die Autonomie älterer Menschen stärken, ihre Gesundheit umfassend fördern und damit ihre Lebensqualität verbessern. Damit soll die Zahl der gesunden Lebensjahre erhöht, die Pflegebedürftigkeit verringert und eine Heimeinweisung verzögert oder gar verhindert werden. Prioritäre Themenbereiche des Projekts sind zur Zeit Bewegungsförderung, Sturzprävention, Beratung, Veranstaltungen und Kurse, schwer erreichbare und benachteiligte Zielgruppen sowie die Partizipation von Hausärztinnen und -ärzten, die frühzeitig passende Interventionen anstossen können. Die erarbeiteten Erkenntnisse und praxisnahen Empfehlungen werden ab 2011 in ersten Kantonen operativ umgesetzt und evaluiert.

 


Gesundheitsförderung Schweiz

09.03.2011 - dzu


 
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