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Erbrechen und Durchfall bei Kindern – NICE-Empfehlungen

Die meisten Kleinkinder mit einer akuten Magen-Darminfektion können gut zu Hause behandelt werden, wenn Warnzeichen einer Austrocknung (Dehydration) frühzeitig beachtet werden.

Kind krank
 

Kinder, die mehrmals am Tag wässrigen bis breiigen Stuhl haben und unter Erbrechen leiden, haben sich meist über kontaminierte Lebensmittel oder in fremden Ländern infiziert.

 

Die meisten Episoden von Magen-Darminfektionen können in der Allgemeinpraxis betreut und weiter zu Hause behandelt werden; es kommt aber immer noch zu vielen Hospitalisationen.

 

Die neuesten Empfehlung des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) sollen helfen, den Umgang mit solchen Infektionen zu lernen, um den Kindern einen Spitalaufenthalt sowie Infusionen möglichst zu ersparen.

 

Das grösste Risiko bei Magen-Darminfektionen mit Durchfällen und Erbrechen ist die Austrocknung des Körpers, was besonders bei Kleinkindern schnell lebensbedrohlich werden kann.

 

Kinder die ein grosses Risiko für eine Austrocknung (Dehydration) haben:

  • Kinder unter 6 Monaten
  • Kleinkinder mit geringem Geburtsgewicht
  • Kinder, die innerhalb von 24 h mehr als fünf wässrige, breiige Stühle und mehr als zweimal erbrochen haben
  • Kinder, die keine Zusatzflüssigkeit oder Muttermilch erhalten oder behalten haben
  • Kinder mit Mangelernährungszeichen

 

Warnzeichen einer Austrocknung (Dehydration), welche unmittelbar eine Hospitalisation erfordern:

  • Beim Säugling vorgewölbte Fontanelle
  • Sich verschlechternder Allgemeinzustand
  • Eingefallene Augen
  • Herzrasen
  • Bewusstseinsveränderungen, Benommenheit, Lethargie, Koma
  • Muskelkrämpfe, Zittern
  • Krämpfe

 

Vorbeuge- und Sofortmassnahmen

Die Verabreichung von 5ml/kg oraler Salzlösung nach jedem grossen wässrigen Stuhlgang gibt die notwendige Flüssigkeit und den Mineralverlust zurück. Keine feste Nahrung. Die Salzlösung kann im Notfall selber hergestellt oder in der Apotheke gekauft werden:

 

Auf 1 Liter abgekochtem Trinkwasser (WHO Rehydrationslösung):

  • 8 gestrichene Teelöffel Zucker
  • 1 gestrichener Teelöffel Kochsalz
  • 3/4 Teelöffel Backpulver (Natriumbikarbonat), wenn vorhanden
  • zur Geschmacksverbesserung und zur Kaliumanreicherung kann das Ganze mit wenig Fruchtsaft abgeschmeckt werden oder zusätzlich 1-2 Bananen essen.

Von dieser Lösung löffelweise einflössen. Wenn ein Kind die Salzlösung verweigert, Bruststillen oder andere Milchnahrung oder nur Wasser versuchen zu geben: keine reinen Fruchtsäfte, kein Mineralwasser, kein Cola, keine Limonaden. Achtung: ohne regelmässige Flüssigkeitsaufnahme trocknet das Kind schnell aus muss notfallmässig in ein Spital eingewiesen werden, wo intravenös Rehydrierungslösungen gegeben werden.

 

Hört das Erbrechen auf und verbessert sich der Allgemeinzustand kann wieder normale Milch oder Nahrung gegeben werden. Ausser: die oben genannten Getränke (Fruchtsäfte etc.) sollen weiterhin vermieden werden.

 

Ärztlich verordnete medikamentöse Behandlung

In den meisten Fällen braucht es keine antibiotische Therapie, ausser bei vermuteter Sepsis, Ausbreitung der Bakterien ausserhalb des Magen-Darmtraktes, bei Kleinkindern unter sechs Monaten, Mangelernährung, schlechtem Immunzustand, Infektionen mit Salmonellen- oder anderen spezifischen Bakterien (Amöben, Shigellen etc.). Die NICE rät bei Kindern unter fünf Jahren vor einer Behandlung mit Durchfallmittel ab, da die Wirkung eher mässig ist.

 

Konkrete Empfehlungen für andere Medikamente wie Antiemetika (gegen das Erbrechen) oder Probiotika bei Kleinkindern geben die Experten keine, da hier wissenschaftliche Grundlagen noch fehlen.

 

Hinweise für die Betreuer zur sicheren Behandlung zu Hause

Warnsymptome der Austrocknung müssen erkannt werden. Das Wissen um die orale Behandlung gegen das Austrocknen muss vorhanden sein. Ärztliche Hilfe soll sofort aufgesucht werden, wenn Warnsymptome einer Dehydration auftreten. Die Krankheit kann fünf bis sieben Tage dauern, Erbrechen sollte spätestens nach zwei Tagen aufhören.

 

Weitere Massnahmen im Elternhaus:

  • Hände mit (wenn möglich flüssiger) Seife unter laufendem warmem Wasser waschen und gründlich abtrocknen nach jedem Gang zur Toilette, Windelwechseln und zur Vorbereitung der Nahrung und vor dem Essen.
  • Kinder mit Durchfallerkrankung sollten keine gemeinsamen Handtücher benutzen
  • Während des Durchfalls und/oder Erbrechens sollten Kinder nicht zur Schule oder in eine Betreuungsinstitution gehen; Rückkehr dorthin erst, wenn die letzte Krankheitsepisode mindestens 48 Stunden zurückliegt
  • Kinder sollten nach der letzten Durchfallepisode für zwei Wochen nicht in einem Schwimmbecken baden
Rosenfluhpublikationen ArsMedici Nr. 21 2009

04.11.2009 - dzu

 
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