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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Knochenmarkentzündung, Osteomyelitis 17. Oktober 2017
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Knochenmarkentzündung, Osteomyelitis

Definition

Knochenmarkentzündung: Entzündung des Knochenmarks und umliegender Knochenbereich

Bei der Knochenmark entzündung handelt es sich um eine Entzündung des Knochenmarks und des umliegenden Knochenbereichs.

Man unterscheidet zwischen endogener (auch hämatogener) und exogener Osteomyletitis. Ebenso muss zwischen akuten und chronischen Verläufen unterschieden werden. Die chronischen Verläufe sind besonders hartnäckig und können über Jahre hinweg immer wieder aufflackern.

Endogene Form, von innen enstehend: Verschleppung der Keime aus bestehenden Krankheiten wie Mandelentzündungen (Angina), Nasennebenhöhlenentzündungen, Zahn- oder Hautentzündungen. Keime werden über die Blutbahn in das Knochenmark verschleppt. Diese Form betrifft vorwiegend Kinder und Jugendliche.

Exogene Form, von aussen entstehend: Die exogene Osteomyeltitis entsteht nach Hautverletzungen, Unfällen (Knochenverletzungen) oder Operationen; die Erreger dringen von aussen in den Knochen ein und breiten sich dort aus. Diese Form betrifft meist Erwachsene.

Ursachen

Risikofaktoren für die Entstehung der endogenen Form

  • Bestehende Entzündungen, Abszesse (Eiteransammlungen)
  • Bei Säuglingen nach einer Nabelschnurinfektion (Gefahr einer Blutvergiftung)
  • Geschwächte Infektabwehr bei Kindern wegen Fehlernährung
  • Auslöser bei Kindern: Verschliessung der Epiphysenfuge (Wachstumszone)
  • Geschwächtes Immunsystem (chronisch Kranke, alte Menschen)

Risikofaktoren für die exogene Form:

  • Kleine Verletzungen bei Mangeldurchblutung durch Diabetes oder Arteriosklerose
  • Unfälle
  • Vorangegangene Operationen
  • Schlecht heilende Wunden z.B. nach Kieferbrüchen oder nach eitrigen Prozessen der Zahnwurzel

Symptome (Beschwerden)

Knochenmarkentzündung: schweres Krankheitsgefühl, Fieber

Endogene Form, akut

  • Fieber und reduzierter Allgemeinzustand; Säuglinge werden meist sehr stark krank, mit hohem Fieber, Mattigkeit, Schüttelfrost
  • Schmerzen in Gelenkbereichen, Schonhaltung
  • Rötung, Überwärmung der betroffenen Gliedmasse 
  • Schwellungen und Funktionseinschränkungen
  • Bildung von Abszessen im Markraum, die Gefahr von spontanen Knochenbrüchen steigt

Exogene Form, akut

  • Schmerzen, Fieber, starkes Krankheitsgefühl nach Operation (Zeichen einer Blutvergiftung).
  • Rötung, Schwellung und Überwärmung der betroffenen Region

Chronische Form:

  • Symptome wie bei der akuten Form, Krankheitsgefühl jedoch abgeschwächt, dafür sind die Schmerzen je nach dem ausgeprägter.
  • Bildung von Fisteln, über die sich der Eiter entleert

Das typische am chronischen Verlauf ist die Abwechslung zwischen beschwerdefreien und schmerzhaften Perioden. Die schmerzhaften Perioden gehen immer mit einem Entzündungsgefühl einher (siehe akute Form).

Diagnose (Untersuchung)

Knochenmarkentzündung: Blutuntersuchung und Wundabstriche

Zur Diagnose einer Knochenmarkentzündung werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Krankengeschichte (vorangegangene Operationen, Unfälle) unter Einbezug der Beschwerden.
  • Blutuntersuchungen, Entzündungsnachweis (ist bei der chronischen Form nicht sehr ausgeprägt
  • Röntgenbild
  • Wundabstriche oder Punktionen zum Erregernachweis
  • Sonographie oder Computertomographie

Therapie (Behandlung)

Knochenmarkentzündung: Antibiotische Behandlung

Allgemeine Massnahmen

  • Kinder und Säuglinge gehören sofort in ärztliche Behandlung
  • Die betroffene Stelle muss ruhig gestellt werden
  • Eiswickel und kühlende Salben (bei geschlossener Haut) helfen, die Entzündung abzuschwellen

Medikamente

  • Antibiotische Behandlungen (Infusion, Tabletten)
  • Schmerzmedikamente, entzündungshemmende Mittel

Chirurgisch

  • Bei der exogenen Knochenmarkentzündung hilft evtl. nur noch die chirurgische Ausräumung; d.h. eitriges, abgestorbenes Gewebe muss entfernt werden
  • Lokal: Antibiotika-Gazen, Wundpflege
  • Zusätzlich Antibiotika in Tablettenform oder intravenös

Mögliche Komplikationen

Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung ist die Heilung möglich.

Durch Verzögerung des Therapiebeginns oder unzureichende Behandlung kann die akute Form chronisch verlaufen. Es können oft über Jahre hinweg immer wieder entzündliche Schübe auftreten. Bei Kindern kann dies zu Wachstumsstörungen oder eitrigen Gelenksentzündungen führen, besonders im Säuglingsalter. Deshalb ist es wichtig, so früh wie möglich mit der Therapie zu beginnen.

Bei Gelenkbeteiligung muss im schlimmsten Fall eine Amputation vorgenommen werden.

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Knochenmarkentzündung: Bewegung und gesunde Ernährung beugen vor

Zur Vorbeugung gegen eine Knochenmarkentzündung werden folgende Massnahmen empfohlen

  • Nach Operationen sind vorbeugende hygienische und medikamentöse Massnahmen (Antibiotikagaben) notwendig
  • Erwachsene Personen mit Gefässerkrankungen sollten nicht Rauchen
  • Bei Diabetikern (Typ 2) muss der Blutzuckerspiegel gut eingestellt werden. Es ist ausserdem auf eine gute Fusspflege zu achten
  • Stärkung des Immunsystems durch genügend Bewegung und gesunde Ernährung

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