Immer weniger Menschen in Schweiz dem Passivrauch ausgesetzt
Rund ein Fünftel der Bevölkerung atmete 2008 durchschnittlich eine Stunde täglich Tabakrauch von anderen Personen ein. Besonders exponiert sind Jugendliche und junge Erwachsene, wie das jüngste Tabakmonitoring des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigt.
14- bis 24-Jährige halten sich häufig an Orten auf, an denen regelmässig geraucht wird. Zudem weist diese Altersgruppe mit 37 Prozent den höchsten Raucheranteil auf. Deshalb sind junge Erwachsene besonders häufig dem blauen Dunst ausgesetzt, schreibt das BAG in seinem wöchentlichen Bulletin am Montag.
Junge Erwachsene störten sich jedoch kaum am Passivrauch und schätzen ihn weniger schädlich ein als ihre Mitmenschen. In Restaurants, Cafés und Bars gibt es am meisten blauen Dunst. Dort rauchten letztes Jahr vier Fünftel der Personen zwischen 14 und 65 Jahren unfreiwillig mit, mehr als die Hälfte der Gäste fühlte sich vom Rauch belästigt.Mehr als zwei Drittel aller Befragten sind für ein generelles Rauchverbot in Restaurants, Cafés und Bars. Das Verbannen von Raucherwaren in Gaststätten im Tessin und in Graubünden befürworten 90 Prozent. Im Südkanton gilt es bereits seit April 2007, in Graubünden seit März 2008.
Nicht mehr brennen sollen die Glimmstengel auch in Discos. Mehr als die Hälfte der 14- bis 34-Jährigen befürwortet ein Rauchverbot in den Tanzlokalen.
Betriebe untersagen Rauchen
Weniger Passivrauch entstand dagegen am Arbeitsplatz (2001: 54 Prozent, 2008: 35 Prozent). Diese Entwicklung sei eine Folge davon, dass in vielen Betrieben ein Rauchverbot gelte, teilt das BAG weiter mit. Dies ist im Sinn der Befragten, denn knapp 90 Prozent sind für ein Verbot am Arbeitsort.
Das Tabakmonitoring wird seit 2001 jedes Jahr im Auftrag des BAG vom psychologischen Institut der Universität Zürich sowie einem privaten Publikumsforschungsunternehmen durchgeführt. Dieses Mal wurden zwischen Oktober 2008 und Januar 2009 via Telefon rund 2500 Personen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren befragt.
19.10.2009