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Sie sind hier: Fokus » Essstörungen 19. Oktober 2017
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Essstörung: Wirkstoff gegen ADHS im Test

Menschen mit Essstörungen, die unter unkontrollierbaren Fressattacken leiden (medizinisch Binge Eating Disorder), könnten allenfalls von einem Medikament gegen das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) profitieren, wie eine US-amerikanische Studie zeigt.

Können Esssüchtige
bald medikamentös
behandelt werden?
 

Binge Eating Disorder (BED) ist eine Essstörung, die mit unkontrollierten masslosen Fressattacken einhergeht.

 

Im Gegensatz zu Bulimiepatienten (Ess-Brech-Süchtige) erbrechen BED-Betroffene nicht. Das schlägt bei ihnen aufs Gewicht, weshalb sie oft übergewichtig oder sogar fettleibig (adipös) sind. Dadurch erhöht sich bei BED-Betroffenen das Risiko für ein Metabolisches Syndrom und damit für Herzkreislauferkrankungen.

 

US-Mediziner veröffentlichten im Fachblatt JAMA Psychiatry Ergebnisse zu ihrer Studie an 255 erwachsenen BED-Betroffenen. Die meisten der Teilnehmer erlitten mindestens viermal pro Woche unkontrollierbare Fressattacken, waren also schwerstbetroffen. Die Teilnehmer bekamen entweder ein ADHS-Medikament in unterschiedlichen Dosen oder Placebo.

 

Die Studienteilnehmer wurden per Zufall in vier Gruppen zu etwa 60 Personen eingeteilt. Drei Gruppen erhielten während acht Wochen den Wirkstoff Lisdexamfetamin in verschiedenen Dosen (30, 50 oder 70 mg). Der Wirkstoff ist in der Schweiz seit 2014 zur Behandlung von ADHS-Patienten ab 6 Jahren zugelassen. Eine vierte Gruppe diente als Kontrolle und bekam ein Placebo.

 

Unter der Behandlung mit dem ADHS-Medikament sank die Zahl der unkontrollierbaren Essattacken um durchschnittlich vier Tage pro Woche; unter Placebo um drei Tage. Am meisten profitierten die Teilnehmer mit der höchsten Dosis (70 mg): Die Hälfte davon schaffte es, während vier Wochen ohne Fressattacken zu bleiben; in der Placebogruppe gelang dies nur 20% der Teilnehmer.

 

Esssucht: Medikamente oder Verhaltenstherapie

Ein voller Erfolg demnach? Die Psychosomatikerin Martina de Zwaan der Medizinischen Hochschule in Hannover gegenüber der Bernerzeitung: „Es scheint, dass das Medikament wirkt.“ Dennoch müsse bedacht werden, dass der Wirkstoff süchtig machen und auch Nebenwirkungen wie z.B. Bluthochdruck erzeugen kann. Bereits heute werden Medikamente, zum Beispiel Antidepressiva, bei Essstörungen eingesetzt. Die Expertin fragt sich, was mit den Betroffenen passiert, wenn das Medikament abgesetzt wird. Fallen die Betroffenen in die alten Muster zurück? Sie plädiert für eine gezielte kognitive Verhaltenstherapie bei Essstörungen.

 

Diese Behandlungsform sei bei Essstörungen gut untersucht und die Wirkung meist nachhaltig, bestätigt eine Expertin der Universität Freiburg diese Anregung. Die Psychologin und Psychotherapeutin Simone Munsch hatte ehemalige Patienten befragt, bei denen sechs Jahre zuvor eine kognitive Verhaltenstherapie durchgeführt worden war. Nach dieser relativ langen Zeit hatten die meisten der Betroffenen ihre Esssucht immer noch im Griff - lediglich 8% litten noch unter Essanfällen.

 

Was Munsch bemängelt, ist der Mangel an Therapieplätzen mit ausgebildeten Psychotherapeuten, die eine solche Behandlung in der Schweiz anbieten. Der Grund dafür sei, dass diese Therapieform nicht von der Grundversicherung übernommen wird. Insofern könnte ein Medikament als vorübergehende Therapiemassnahme, zum Beispiel bis zum Freiwerden eines Therapieplatzes, eine Option darstellen, so die Psychosomatikerin de Zwaan aus Hannover nochmals.

 

Die Internationale Definition von BED (Esssucht)

  • l. Wiederkehrende Episoden von Essanfällen, bei der innerhalb kürzester Zeit (ca. 2 Stunden) eine grosse Nahrungsmenge zu sich genommen wird. Gross meint hier, mehr als ein durchschnittlicher Esser in vergleichbarer Zeit zu sich zu nehmen vermag.
  • 2. Kontrollverlust während der Essattacke – das Gefühl, nicht mehr stoppen zu können oder keine Kontrolle mehr über die Essmenge zu haben.
  • 3. Die Episoden müssen mit mindestens drei der folgenden Symptome begleitet sein: schnelles, hektisches Essen, Nichtbeachten des Völlegefühls, Essen ohne Hunger, die Essattacken finden in der Einsamkeit statt, Ekelgefühle über sich selber sowie depressive Gefühle oder Schuldgefühle nach der Essattacke.
  • 4.Grosser Leidensdruck betreffend der Essattacken.
  • 5. Die Essattacken finden mindestens zweimal wöchentlich über mindestens 6 Monate hinweg statt.
  • 6. Kompensatorische Massnahmen zur Verhinderung einer Gewichtszunahme werden keine getroffen.

 

Laut einer bevölkerungsbasierten Studie in der Schweiz im Jahr 2012 über das Vorkommen von Essstörungen, durchgeführt vom UniversitätsSpital Zürich, waren ca. 2.4% der Frauen und ca. 0.7% der Männer in ihrem Leben bereits von einer BED betroffen.

 

Mehr zum Thema 

bernerzeitung.ch, JAMA arch psych, UniversitätsSPital Zürich, Universität Zürich, Prävalenz von Essstörungen in der Schweiz Mai 2012

10.03.2015 - dzu

 
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