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Voralkoholismus

Befriedigende Erleichterung

Alkoholkonsum hat beim Süchtigen zu Beginn immer auch eine soziale Komponente. Im Gegensatz zum durchschnittlich sozialen Trinker empfindet der spätere Alkoholiker jedoch bald eine befriedigende Erleichterung beim Trinken.

Diese Erleichterung scheint für ihn erheblich, weil entweder grössere Spannungen vorhanden sind oder weil der spätere Alkoholiker nicht gelernt hat seine Spannungen zu kontrollieren.

In letzter Zeit wird der Einfluss des Hirnstoffwechsels, des sogenannten "Belohnungssystems", als Ursache für die Ausbildung einer "Suchtpersönlichkeit" diskutiert. Die Forschungen sind relativ fortgeschritten, eine endgültige Erklärung der Zusammenhänge steht jedoch noch aus. Erste Versuche mit Medikamenten, die dieses Belohnungssystem positiv beeinflussen, laufen zur Zeit.

Gelegenheit gesucht

Anfänglich schreibt der Trinker seine Erleichterung eher der Situation als dem Trinken zu, zum Beispiel der lustigen Gesellschaft, dem Fest usw., daher sucht er Gelegenheiten, in denen beiläufig getrunken werden kann.

Tägliche Zuflucht

Im Anfang sieht der so Trinkende nur eine gelegentliche Erleichterung, aber im Laufe eines halben Jahres bis zu zwei Jahren fällt seine Toleranz für seelische Belastungen in einem solchen Masse ab, dass er praktisch täglich Zuflucht zu alkoholischen Getränken nimmt. Da es noch nicht zu offener Trunkenheit kommt, erscheint sein Trinken weder seinen Freunden noch ihm selbst verdächtig.

Gesteigerter Bedarf

Nach einer gewissen Zeit kann eine Erhöhung der Alkoholtoleranz festgestellt werden. Das heisst, der Trinker braucht eine grössere Menge Alkohol als früher um die gewünschte Beruhigung zu erreichen.

Dauerndes Erleichterungstrinken

Diese Trinkmethode dauert je nach Umständen einige Monate bis zu zwei Jahren. Sie geht vom Stadium des gelegentlichen zum dauernden Erleichterungstrinken über. Für die gleiche Wirkung wird immer mehr "Stoff" benötigt.


Medsicope - dzu
1.12.2004

Doris Zumbühl

Doris Zumbühl ist diplomierte Medizinische Praxisassistentin. Sie verfügt über mehrere Weiterbildungen in den Bereichen Journalismus, IT und Bildbearbeitung.
 
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