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Sie sind hier: Fokus » Nahrungsmittel: Allergie, Unverträglichkeit 19. Oktober 2017
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Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie

Die Zöliakie kann allein durch die glutenfreie Diät behandelt werden und ist damit eine der wenigen Krankheiten, die ausschliesslich über die Ernährung therapiert wird. Fachleute fordern deshalb eine bessere, günstigere Verfügbarkeit glutenfreier Produkte.

 
Der folgende Bericht ist eine Zusammenfassung eines Artikels, der ursprünglich als Fortbildung für Ärzte im Fachblatt ArsMedici geschrieben wurde.

 

Es wird geschätzt, dass etwa 1% der Gesamtbevölkerung an einer Glutenunverträglichkeit leidet; in der Schweiz sind das rund 78'000 Zöliakiebetroffene – wobei nur ein Teil davon diagnostiziert ist. Studien hatten belegt, dass oft Jahre vergehen, bis die Diagnose steht.

 

Merksätze zur Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)

  • Die einzige, lebenslang notwendige Therapie besteht in der Vermeidung von Gluten in den Brotgetreidesorten und allen daraus hergestellten Produkten.
  • Da die glutenfreie Ernährung einschneidende Konsequenzen hat, muss die Diagnose gesichert sein, bevor der Patient mit der glutenfreien Ernährung beginnt.
  • Auch wenn nicht jeder Zöliakiebetroffene auf Glutenspuren sofort mit Beschwerden im Magen-Darmtrakt reagiert, ist die glutenfreie Ernährung strikt durchzuführen.
  • Bei Diagnosestellung sind häufig bereits Mangelerscheinungen festzustellen z.B: Eisen-, Folsäure-, Vitamin B12-, D- und K-Mängel.
  • Wird eine glutenfreie Ernährung durchgeführt, ist es grundsätzlich möglich, den erforderlichen Bedarf an Mikronährstoffen aufzunehmen. Eine Supplementierung mit Multivitamin- und Mineralstoffpräparaten sollte individuell, je nach Symptomatik, Krankheitsverlauf und den Essgewohnheiten erfolgen.

 

Empfohlene Ernährungsregeln für Zöliakie-Betroffene

Strikt zu meiden sind:

  • Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Kammut, Emmer, Triticale, Einkorn sowie alle daraus hergestellten Nahrungsmittel und Speisen wie Brot, Gebäck, Teigwaren, Flocken, Paniertes, Mehlsaucen und so weiter (siehe Krankheitsbild Zöliakie, Nahrungsmittelliste).

 

Fraglich ist:

  • Hafer: Die meisten Zöliakie-Betroffenen scheinen zwar reinen Hafer zu tolerieren, es wird jedoch empfohlen, nur eine moderate Menge (50g täglich) von garantiert reinem, glutenfreiem Hafer (ohne Verunreinigungen von Weizen, Roggen oder Gerste) zu konsumieren. Internationale Zöliakie-Vereinigungen (Ausnahme Association Suisse Romande de la Coeliakie) empfehlen zur Zeit, dass Hafer nicht in die glutenfreie Diät einbezogen werden soll, da nicht alle Haferproduzenten Hafer ohne Verunreinigungen garantieren können.

 

Erlaubt sind:

  • Kartoffeln, Reis, Mais, Buchweizen, Amarant, Quinoa, Hirse und Hülsenfrüchte, ebenso unverarbeitete Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst, Pflanzenöle und Zucker.

 

Vorsicht bei:

  • Fertigprodukten; deklariert wird meist nicht Gluten, sondern es werden glutenhaltige Getreidesorten genannt wie z.B. Weizenmehl, Weizenstärke, Gerstenmalzextrakt, Sojasauce (mit Weizen).

 

Das Einhalten einer glutenfreien Ernährung ist nicht einfach. Beispielsweise kann es zu unbeabsichtigten Diätfehlern (z.B. beim Offenverkauf, falsche Auskünfte im Restaurant etc.) kommen oder der Betroffene will eine Einladung nicht absagen oder glutenfreie Produkte stehen einfach nicht zur Verfügung.

 

Fehl- und Mangelernährung

Ein weiteres grosses Problem ist die Fehlernährung bei einer glutenfreien Diät – viele Zöliakiebetroffene leiden dadurch unter Übergewicht. Die Kohlenhydrate sind Hauptbestandteil einer ausgewogenen Ernährung und sollten etwa 50% zur täglichen Energiezufuhr beitragen. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb täglich 3 Portionen Brot oder Stärkebeilagen, das heisst 1 Portion zu jeder Hauptmahlzeit.

 

In industrialisierten Ländern ist der anteilmässige Verzehr von Fett erhöht und entsprechend der Kohlenhydratanteil reduziert. Dies kann sich bei Zöliakiebetroffenen noch mehr ausprägen, wenn sie auf kohlenhydrathaltige Beilagen verzichten, sei es wegen fehlender Verfügbarkeit geeigneter Lebensmittel oder aus geschmacklichen Gründen. Zöliakiebetroffene ernähren sich deshalb eher fettreich und können trotz der Diäteinschränkungen auch übergewichtig sein.

 

Des Weiteren enthalten viele kohlenhydratreiche Nahrungsmittel zusätzlich Nahrungsfasern, Mikronährstoffe, Vitamine, Folsäure etc. Die glutenfreie Ernährung kann deshalb einen Mangel an Mikronährstoffen, der bei der Normalbevölkerung bereits weit verbreitet ist (z.B. Folsäure), noch weiter verschlechtern.

 

Zur Beurteilung der gesundheitlichen Situation von Zöliakiebetroffenen, der Eignung von Hafer für die Schweizer Zöliakiebetroffenen sowie des Angebots an glutenfreien Lebensmitteln sind entsprechende Studien notwendig, fordern die Experten.

 

Als Hauptproblem im Alltag sehen die Fachleute die hohen Preise für die glutenfreien Produkte sowie die Verpflegung auswärts (Restaurants, Kindertagesstätten, Kantinen, Altersheime etc.). Auch hier fordern die Experten entsprechende Massnahmen.

 

Die Hilfe zur Selbsthilfe durch Patientenvereinigungen soll ebenfalls gestärkt werden. Für die Schweiz sind das: Die Interessengemeinschafte Zöliakie der Deutschen Schweiz, die Association Romande da la Coeliakie und die Gruppo Celiachia della Svizzera Italiana.

 

Wie bei anderen chronischen Krankheiten ist auch bei der Zöliakie eine regelmässige Betreuung durch spezialisierte Fachpersonen zur Förderung des Krankheitsverständnisses und der Compliance mit der Therapie notwendig. Nur wenige Untersuchungen liegen vor, wie ein optimales Behandlungskonzept nach der Diagnosestellung aussieht, das die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt und zu einer Verbesserung der Lebensqualität führt.

 

Mehr zum Thema

Rosenfluh Publikationen ArsMedici 22/2010

10.11.2010 - dzu

 
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