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Sie sind hier: Fokus » Wechseljahre » Aktuell 17. Dezember 2017
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Wechseljahre: Gibt es nebst den Hormonen Alternativen zur Behandlung von Hitzewallungen

Nicht alle Frauen können oder wollen die quälenden Hitzewallungen in den Wechseljahren mit Hormonen behandeln. Wie gut ist die Datenlage, welche Alternativen können empfohlen werden und wie sieht es mit Nebenwirkungen aus? Diesen Fragen ging der folgende Artikel nach.

 
Der Wegfall der Östrogenproduktion in den Wechseljahren geht bekannterweise mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Nachtschweiss, Scheidentrockenheit, Harnwegsinfektionen und Abnahme der Knochendichte (Osteoporose) einher.

 

Sei es aus Angst vor Nebenwirkungen oder dem Vorliegen von gesundheitlichen Begebenheiten (z.B. bei Brustkrebs), welche keine Hormonersatzbehandlung (HRT) zulassen - Frauen sowie Ärzte suchen immer wieder nach Alternativen.

 

Die Wirkung und Sicherheit der Hormontherapie (Östrogen allein oder in Kombination mit Gestagen) wurde in einigen Studien gut belegt (siehe auch Neue Empfehlungen zur Hormontherapie nach der Menopause >> )

 

Bekannt sind auch Kontraindikationen (Gegenanzeigen) der Hormonersatztherapie, zum Beispiel bei vorausgegangenem Brustkrebs, bestehender Herz-Kreislauferkrankung oder Hirngefässerkrankungen. Aber auch bei Fettleibigkeit (BMI über 30), erhöhten Blutdruck- sowie Blutfettwerten) oder nach Thromboembolien sind Hormonersatztherapien nicht angezeigt.

 

Keine Hormone – aber was dann?

Es gibt einige nichthormonale, aber chemisch aufbereitete Wirkprinzipien, welche in den USA und in Europa als medikamentöse Optionen empfohlen werden, wie zum Beispiel Antidepressiva: Deutliche Verbesserungen der Hitzewallung brachten dabei die SSRI oder SNRI-Medikamente.

 

Immerhin um das Zweifache besser als Placebo wirkte in Untersuchungen das Antiepileptikum Gabapentin. Ebenfalls empfohlen wird die Behandlung mit dem Blutdrucksenker Clonidin®.

 

Gegenüber Östrogen sind die Effekte dieser Medikamente aber dennoch geringer. Einschränkend zur Einnahme sind Nebenwirkungen und Kosten. Demnach werden diese Therapien vor allem Frauen mit starken Beschwerden, die aber kein Östrogen einnehmen können, am ehesten empfohlen.

 

Alternativen dazu sind: Medikamente aus pflanzlicher Herkunft, sogenannte Nahrungsergänzungsmittel oder die Aufforderung zur „guten Ernährung“. Hier gibt es verschiedene Quellen, welche solche Produkte anpreisen. Zum Teil ist deren Wirkung wissenschaftlich recht gut belegt, zum Teil eher zweifelhaft dokumentiert (zum Beispiel Rotklee, Don Quai u.a.).

 

Wie sieht es mit den pflanzlichen Produkten aus?

Wirkstoffe pflanzlichen Ursprungs – in der Regel Wirkstoffgemische – nehmen einen wichtigen Platz in der Behandlung von wechseljahrbedingten Hitzewallungen ein. Meist handelt es sich dabei um sogenannte Phytoöstrogene (Präparate mit östrogenähnlicher Wirkung) zum Beispiel in Soja- oder der Rotkleezubereitungen oder aus der Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze). Gerade zu letzterem Wirkstoff gibt es zwar zahlreiche Studien, aber genauso zahlreiche Einwände – zu kurze Studiendauer, wenig überzeugende Studienmethoden ohne passende Vergleichsgruppen, unterschiedliche Erfassung der Zielsymptome, zu geringe Patientenzahl und so weiter.

 

Rotkleeextrakte konnten die Hitzewallungen in kontrollierten Untersuchungen nicht reduzieren. Bei den Soja-Isoflavonen waren die Ergebnisse gemischt: Als Kurzzeittherapie zur Behandlung von Hitzewallungen scheinen sie hilfreich zu sein. Aber: Es gibt nur wenige publizierte Studien und viele sind methodisch unzulänglich (zum Beispiel fehlende oder mangelnde Vergleichsgruppen etc.).

 

Auch wird der oft nicht firmenunabhängigen Berichterstattung die fehlende Offenlegung von Nebenwirkungen oder Interaktionen mit anderen Medikamenten vorgeworfen. Dies lässt die Vermutung zu, dass negative Studien (Studien mit eher schlechten Ergebnissen) nie publiziert wurden.

 

Am Beispiel der Traubensilberkerze gibt es einige Studien mit positiven Ergebnissen bei der Bekämpfung von Wechseljahrbeschwerden, welche aber Sicherheitsbedenken aufwarfen: Dabei ging es vor allem um akut aufgetretene schwere Leberfunktionsstörungen. Andere Berichte wiesen unter der Therapie mit Traubensilberkerzenprodukten auf einen Zusammenhang zu entstandenen Muskelleiden (Myopathien) hin. Das Schweizer ''Arzneimittel Kompendium'' rät deshalb bei bestehender Leberschädigung von der Einnahme von Traubensilberkerze-Extrakten ab und erwähnt Einzelfälle mit teilweise schwerwiegender Leberschädigung.

Wichtig: Wie bei anderen pflanzlichen Präparaten ist die Quelle und Qualität der Extrakte wesentlich, das heisst, Präparate sollten nur von Fachleuten (Apotheke, Drogerie) gekauft werden. Vorsicht ist bei Internetkäufen geboten.

 

Komplementäre Methoden zu Behandlung von Wechseljahrbeschwerden

2006 publizierten US-Amerikanische Autorinnen eine systematische Evidenz-Übersicht zu komplementären und alternativen Therapien zur Behandlung von Wechseljahrbeschwerden. 70 Studien waren relevant, davon hatten sich 48 mit biologischen Wirksubstanzen wie Pflanzenextrakten, Vitaminen, Diäten) beschäftigt. Die Ergebnisse waren sehr gemischt.

(Quelle: Nedrow A et al.: Complementary and alternative therapiesfor the management of menopause- related symptoms. Arch InternMed 2006; 166: 1453–1465.)

 

Die restlichen Studien befassten sich mit Atem- und Muskelentspannungsübungen, Magnetauflagen, körperorientierten Techniken, Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin sowie der Homöopathie. Die Schlussfolgerung war eher verhalten, gewisse Therapien zeigten laut den Autorinnen durchaus ihren Nutzen. Die doch zum Teil wirklich positiven Ergebnisse und der Mangel an ausreichenden Daten müssten demnach durchaus reichen, um grössere und ernsthafte Forschungen dahingehend zu betreiben.

 

Sprachliche Gräben

Experten aus London und Neapel bemängeln an der oben genannten, aber dennoch häufig zitierten Studie, dass von einer „systematischen Übersicht“ mit Einschränkung auf das englischsprachige Publikum gar nicht die Rede sein könne. Es handle sich hier um bedenkliche Unvollständigkeiten. Auch fehle es in Studien zu alternativen Methoden an Berichten zu Nebenwirkungen, von denen aber in der Übersicht nicht die Rede sei. Dies quittierten die Autorinnen damit, dass in den Originalpublikationen diese Hinweise ebenfalls fehlten. Heute werde diesem Umstand mehr Rechnung getragen.

 

Zusammengefasste Merksätze

  • Zu den Ausweichmöglichkeiten für Frauen, welche keine Hormonersatztherapie (HRT) wollen oder es der Gesundheitszustand nicht zulässt, gehören: Das Bluthockdruckmittel Clondin® oder Antidepressiva, Präparate pflanzlichen Ursprungs (Phythotherapeutika) oder komplementär- und alternativmedizinische Interventionen.
  • Insbesondere für Phytotherapeutika (sowie bei komplementär- und alternativmedizinischen Methoden) ist die wissenschaftliche Datenlage immer noch ziemlich unbefriedigend.
  • Hinsichtlich Wirkungen und Nebenwirkungen sind Extrakte der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) zur Behandlung von Hitzewallungen am besten dokumentiert.
  • Sowohl bei der Hormonersatztherapie (HRT) als auch bei den alternativen Ansätzen zur Behandlung von Hitzewallungen sind kulturelle Unterschiede nicht ausser Acht zu lassen.

Der Artikel erschien im Fachblatt Gynäkologie des Rosenfluhverlags und wurde ursprünglich für Ärzte geschrieben. Autor Halid Bas

Rosenfluh Publikationen Gynäkologie Nr. 6 2010

05.01.2011 - dzu

 
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