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Sie sind hier: Fokus » Schwindel 24. November 2017
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Welche Medikamente gegen welchen Schwindel?

Viel zu oft werden nutzlose Präparate bei Schwindelsymptomen eingesetzt. Lesen Sie hier, welche Behandlungsmöglichkeiten heute empfohlen werden und welche Medikamente eher schaden (z.B. wegen Nebenwirkungen) denn helfen.

Schwindel Beschwerden
 
In einem Interview für das Fachblatt Ars Medici beschreibt der Neurologe Professor Michael Strupp, Universität München, aktuelle Behandlungsvarianten, die bei verschiedenen Schwindelformen eingesetzt werden.

 

Kurze Erklärungen zu den einzelnen Schwindelformen (Ursachen, Symptome) wurden von der Sprechzimmer-Redaktion beigefügt. Als erstes warnt Prof. Strupp vor der wahllosen Einnahme von Medikamenten bei Schwindelsymptomen.

 

Grundregel: Erst Diagnosestellung, dann Therapie. Viele Medikamente sind gegen Schwindelsymptome nutzlos und haben unnötige Nebenwirkungen.

 

Allgemein

Zur symptomatischen Behandlung vieler Schwindelformen können für eine kurze Zeit Antivertiginosa eingesetzt werden. Diese wirken beruhigend und dämpfend auf das Brechzentrum im Gehirn und auf das Gleichgewichtszentrum.

 

Bei Schwindel sind durchblutungsfördernde Substanzen häufig nicht wirksam (z.B. Ginkgo biloba, Pentoxifyllin, niedermolekulare Dextrane, aber auch homöopathische Mittel etc.). Ebenso praktisch wirkungslos sind Einspritzungen von Lokalanästhetika im Halsbereich, um bestimmte Nervenbahnen zu blockieren (sogenannte Stellatumblockaden).

 

Neuroleptika (gegen Psychosen wirkende Medikamente) haben viele Nebenwirkungen und wirken meistens nicht bei Schwindelbeschwerden.

 

 

Gutartiger Lagerungsschwindel

Beim gutartigen Lagerungsschwindel stehen an erster Stelle therapeutische Befreiungsmanöver (Lagerungsmanöver>> ). Damit lassen sich die Schwindel verursachenden Steinchen gezielt aus den Bogengängen herausspülen. Werden die Übungen korrekt ausgeführt, sind die meisten Betroffenen nach spätestens 3 Tagen beschwerdefrei.

 

Es sind keine Präparate bekannt, mit denen sich die Steinchen in den Bogengängen auflösen oder sonst wie beseitigen lassen. Übelkeit, die während den Übungen auftritt, kann mit Medikamenten (z.B. Antivertiginosa) gut behandelt werden. Es empfiehlt sich, solche Medikamente bereits vor Beginn der Manöver einzunehmen. Damit verliert der Betroffene auch die Angst vor der Übelkeit und damit vor den Übungen.

 
 

Phobischer (angstbedingter) Schwankschwindel

Beim phobischen Schwankschwindel steht die Aufklärung des Betroffenen an erster Stelle. Diesen Schwindel-Patienten muss zuerst die Angst vor einer schweren organischen Erkrankung genommen werden. Dazu sind gründliche Untersuchungen vorab notwendig.
 
Wichtig: Angstverursachende Situationen sollten nicht vermieden, sondern bewusst aufgesucht werden (=Desensibilierungstherapie).

 

Regelmässige körperliche Aktivitäten sind sehr erfolgsversprechend. Damit stärkt der Betroffene seine Gleichgewichtswahrnehmung. Bei einem von 30 Betroffenen braucht es zusätzlich verhaltenstherapeutische Massnahmen.

Wenn diese Methoden nicht ausreichen, werden selektive Serotonin- Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)* in niedriger Dosierung empfohlen. *SSRI werden vorwiegend zur Behandlung von Depressionen eingesetzt).

Anstelle von Psychopharmaka kann als Alternative Johanniskraut eingesetzt werden. Die Wirkung dürfte aber eher auf eine Placebowirkung zurück zu führen sein.

 
 

Vestibuläre Migräneattacken – Wie vorbeugen?

Bei immer wiederkehrenden Schwindelsymptomen, die von starken Kopfschmerzen begleitet sind, muss an eine zusätzliche Migräne-Erkrankung gedacht werden. Oft wird aber eine solche vestibuläre Migräne nicht sofort erkannt, da etwa ein Drittel der Attacken ohne Kopfschmerzen einhergeht. Typisch für eine vestibuläre Migräneattacke sind Schwindel, Licht- und Lärmempfindlichkeit.

 

Vorbeugend lassen sich solche Attacken mit Betablockern oder Valproinsäure* behandeln. *wird unter anderem auch gegen Epilepsie eingesetzt.

 
 

Wirkstoffe bei Morbus Menière

Betahistin: Beim Morbus Menière wird zur Vorbeugung von Attacken über längere Zeit Betahistin erfolgreich eingesetzt. Der Wirkstoff reduziert im Innenohr den Endolymphdruck. Wichtig ist, dass der Wirkstoff für mindestens 6 Monate, am besten bis zu 24 Monaten, regelmässig eingenommen wird. Die Dosis sollte vor allem in den ersten sechs Monaten nicht reduziert werden.

 

Häufig kann die Menge des Wirkstoffes jedoch nach sechs Monaten reduziert und bei einigen Betroffenen nach 24 Monaten ganz abgesetzt werden. Wenn diese Behandlung die Zahl und Heftigkeit der Attacken nicht reduziert, werden oft wassertreibende Medikamente (Diuretika) zusätzlich eingesetzt. Die Wirkung der Diuretika konnte allerdings bisher nicht ausreichend belegt werden.

 

Gentamicin: Gentamicin ist ein Antibiotikum, dass durch das Trommelfell hindurch ins Innenohr gespritzt wird. Damit sollen bestimmte Haarzellen im Innenohr geschädigt und damit Schwindelattacken verhindert werden. Es kann bei dieser Behandlung zu Hörverminderungen kommen und gleichzeitig können Sinneszellen geschädigt werden. Auch hier fehlen gut kontrollierte Studien.

 

Cortison in der Akutphase: auch hier fehlen wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit.


Antivertiginiosa: Diese Medikamente dämpfen den Brechreiz. Sie können als Zäpfchen verabreicht werden. In schweren Fällen und bei akutem Flüssigkeitsverlust kann – nebst der Flüssigkeitsgabe – auch das Medikament auch intravenös gegeben werden.

 

Benzodiazepine (Beruhigungsmittel): Auf Grund der beruhigenden Wirkung können diese Medikamente einen guten Einfluss auf Schwindel und Übelkeit haben. Nachteil: es besteht eine grosse Abhängigkeitsgefahr.

 
 

Schwindel bei Neuritis vestibularis

Bei der Neuritis vestibularis wird als Ursache eine lokale Infektion mit Herpes Viren vermutet. Häufigste Symptome: Dauerdrehschwindel mit Scheinbewegungen der Umwelt (Oszillopsien), Stand- und Gangunsicherheit mit gerichteter Fallneigung sowie Übelkeit und Erbrechen. Die Attacken setzen plötzlich ein und können über Tage oder sogar Wochen anhalten.

Bei dieser Schwindelform ist die frühe Gaben von Glukokortikoiden wichtig. Verschiedene Studien haben gute Erfolge von Cortisongaben bei der Neuritis vestibularis belegt. Glukokortikoide sind natürliche Hormone, die in der Nebennierenrinde produziert werden.

 

Antivertiginosa: Diese Wirkstoffe sollten nur in der Akutphase und nicht länger als drei Tage zum Einsatz kommen. Die Medikamente wirken beruhigend und können unter Umständen, die den Heilungsprozesse hemmen. Wichtig: Möglichst nicht lange im Bett liegen bleiben, sondern möglichst schnell wieder aktiv werden, damit der Gleichgewichtssinn trainiert wird.

 

Auch wenn es sich um eine Virus-Infektion handelt, sind antivirale Wirkstoffe, sogenannte Virostatika, vermutlich unwirksam. Meistens kommt der Patient erst relativ spät zum Arzt, d.h. wenn bereits Symptome aufgetreten sind. Da zu diesem Zeitpunkt die Virusvermehrung bereits stattgefunden hat, sind die Virostatika nicht mehr gut wirksam.

 
 

Vestibularis Paroxysmie

Als Ursache vermutet man einen Nerv-Gefässkontakt (Kompression) des 8. Hirnnerven.


Symptome: ausgelöst durch bestimmte Kopfpositionen kurze, Sekunden bis wenige Minuten andauernde Schwindelattacken, mit oder ohne Ohrsymptome. Diese Attacken können sich im schlimmsten Fall bis zu 30x pro Tag wiederholen. Hier wird eine attackenvorbeugende Behandlung notwendig. Meistens wird Carbamazepin, ein Antiepileptikum, eingesetzt.

 
 

Medikamente als Schwindelverursacher

Medikamente sind eine eher seltene Ursache von Schwindelbeschwerden.

Als Auslöser für Schwindelbeschwerden kommen Wirkstoffe gegen zu hohen Blutdruck, gegen Epilepsie oder gegen die Parkinsonerkrankung in Frage. Meistens handelt es sich um einen Schwankschwindel oder um orthostatische Probleme – Blutdruckabfall z.B. beim Aufstehen. Selten kommt es hier zu Drehschwindelattacken.

 

Mehr zum Thema

Rosenfluhverlag, ArsMedici Nr. 10 2007, Professor Dr. med. Michael Strupp

18.06.2007 - dzu

 
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