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Toxisches Schock-Syndrom: durch Bakterien verursacht
Toxisches Schock-Syndrom: durch Bakterien verursacht
Unter dem Toxischen Schock-Syndrom TSS versteht man eine spezielle, seltene bakterielle Infektion. Die Ansteckung erfolgt häufig über Tampons in der Scheide. Unbehandelt verläuft die Infektion tödlich.

Hervorgerufen wird die Infektion durch ein Gift des Bakteriums Staphylococcus aureus. Allerdings verfügen nur ca. 1% aller dieser Staphylokokken über dieses Toxin. Das TSS kommt etwa in 1'000'000 Frauenjahren drei Mal vor, ist also recht selten.

In den Körper gelangen die Bakterien in den meisten Fällen durch Tampons während der Menstruationsblutung. Ist der Tampon sehr saugfähig und bleibt er zu lange in der Scheide, können die Bakterien durch die Schleimhaut in den Körper gelangen. Auch mit Diaphragmen zur Verhütung können Bakterien eingeführt werden. Mit den heutigen Applikatoren verringert sich die Gefahr einer Infektion allerdings.

Auch andere offene Wunden sind potentielle Eintrittswege für die Bakterien z.B.

Beschwerden, die auf ein toxisches Schock-Syndrom hindeuten können, sind unter anderem:

Dazu kommen bei den Frauen Symptome wie Rötung der Vaginalschleimhaut und Ausfluss.

Das TSS ist ein Notfall und muss im Spital behandelt werden!

Myasthenia gravis: Antikörpernachweis im Blut
Toxisches Schock-Syndrom: Entzündungszeichen im Blut nachweisbar

Zur Diagnose eines toxischen Schock-Syndroms werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Krankengeschichte unter Einbezug der Beschwerden; insbesondere Nachfragen nach Menstruation und Tampongebrauch, Diaphragma oder nach Verletzungen.
  • Ev. Bakteriennachweis im Abstrich
  • Labor: Entzündungszeichen
Toxisches Schock-Syndrom: Antibiotische Therapie als Infusion
Toxisches Schock-Syndrom: Antibiotische Therapie als Infusion

Die Behandlung erfolgt stationär.

Medikamente

  • Antibiotika intravenös
  • Medikamente (Infusion) zur Kreislaufstabilisation, Flüssigkeitsgabe
  • Schmerzmittel
  • Schlafmittel

Wie jeder Schockzustand kann auch das Toxische Schock Syndrom - insbesondere in den ersten paar Tagen - lebensgefährlich sein. Bei rechtzeitiger Behandlung sind keine negativen Folgen zu erwarten.

Zur Vorbeugung gegen ein toxisches Schock-Syndrom werden folgende Massnahmen empfohlen:

  • Tampons mit Applikator benutzen, häufig wechseln, wenn möglich in der Nacht nur Binden tragen
  • Wenig saugfähige Tampons benutzen
  • Auf Händehygiene achten

Dr. med. Fritz Grossenbacher

Fritz Grossenbacher hat in Bern Medizin studiert. Er besitzt einen Master of Medical Education der Universitäten Bern und Chicago und ein Zertifikat in Teaching Evidence based Medicine des UK Cochrane Center in Oxford.

Dr. med. Gerhard Emrich

Gerhard Emrich hat in Wien Medizin studiert. Er ist Medizinjournalist mit langjähriger Erfahrung in medical writing.

Dr. med. Daniel Desalmand

Daniel Desalmand hatte in Bern Medizin studiert. Nach dem Studium hatte er mehrjährige klinische Erfahrung in Chirurgie und Innerer Medizin erworben bevor er sich dem Wissenschaftsjournalismus zugewandt hatte.

Doris Zumbühl

Doris Zumbühl ist diplomierte Medizinische Praxisassistentin. Sie verfügt über mehrere Weiterbildungen in den Bereichen Journalismus, IT und Bildbearbeitung.
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