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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Appendizitis, Blinddarmentzündung 18. Oktober 2017
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Appendizitis, Blinddarmentzündung

Definition

Appendizitis: Blinddarmentzündung

Der Blinddarm ist der erste Abschnitt der im rechten Unterbauch aufsteigenden Dickdarmschleife. Am Blinddarm befindet sich am unteren Ende ein wurmförmiges Anhängsel, der so genannte Wurmfortsatz (Appendix). Dieser Wurmfortsatz kann sich entzünden.

Man spricht zwar von einer Blinddarmentzündung, korrekt ist aber, dass es sich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes handelt. Eine Appendizitis kann  von einer leichten Reizung über eine schwere Entzündung bis hin zum Blinddarmdurchbruch mit lebensgefährlicher Bauchfellentzündung reichen.

Besonders häufig sind Kinder und Jugendliche betroffen, wobei eine Blinddarmentzündung in jedem Alter auftreten kann.

Ursachen

Hauptursache für eine Appendizitis ist eine  bakterielle Infektion, wenn Stuhlreste den Wurmfortsatz z.B. bei einem Kotstau verstopfen. Die Bakterien im eingestauten Stuhl vermehren sich und führen zur Entzündung.  Seltene Ursachen für einen Koteinstau in den Blinddarm sind eine Abknickung des Wurmfortsatzes, Fremdkörper (z.B. verschluckte Obstkerne), Darmparasiten (Wurmbefall) oder Narbenbildungen im Bereich des Blinddarms.

Symptome (Beschwerden)

Appendizitis, Blinddarmentzündung: Plötzliche heftige Schmerzen

Beschwerden, die auf eine Blinddarmentzündung hindeuten können, sind unter anderem:

  • Plötzliche Bauchschmerzen, zu Beginn im Nabelbereich und in der Magengegend.  Innerhalb weniger Stunden verlagern sich die Schmerzen in den rechten Unterbauch.
  • Angespannte und druckempfindliche Bauchdecke
  • Verstärkung der Schmerzen beim Husten, Niesen und Gehen
  • Appetitlosigkeit, ÜbelkeitErbrechen
  • Verstopfung (Stuhlverhalt)
Erhöhte Temperatur (bis ca. 39 Grad) Die Symptome sind nur in etwa 50 Prozent aller Fälle in ihrer typischen Ausprägung vorhanden. Insbesondere bei älteren Patienten können sie nur schwach ausgeprägt sein. Auch bei Kleinkindern ist eine sichere Diagnose oft nicht einfach zu stellen, da sie bei allen möglichen Schmerzen (z.B. auch bei Ohrenschmerzen) oft auf den Bauch zeigen.

Durch eine Verlagerung des Wurmfortsatzes kann es bei Schwangeren bei einer Blinddarmentzündung zu Schmerzen im rechten Ober- bzw. Mittelbauch kommen. Blinddarmdurchbruch: Wird nicht rechtzeitig behandelt bzw. operiert, kann der Blinddarm aufbrechen und Eiter und Bakterien gelangen in die Bauchhöhle. Dabei verschwinden die Schmerzen oft kurzfristig und kehren wieder zurück, wenn sich die Entzündung im ganzen Unterbauch ausbreitet. Ein Blinddarmdurchbruch ist eine lebensbedrohliche Komplikation.

Diagnose (Untersuchung)

Zur Diagnose einer Blinddarmentzündung werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) mit Einbezug der Symptome (vor allem der wandernde Schmerz)
  • Körperliche Untersuchung (Abtasten des Bauches (typische Druck- und Schmerzpunkte) und vom Enddarm (rektale Untersuchung, Messung der Köpertemperatur
  • Blutuntersuchung  (erhöhte Anzahl der Leukozyten (Entzündungszeichen)
  • Ultraschall (Oberbauchsonogramm)
  • ev. Computertomographie des Abdomens
  • Urinuntersuchung
  • Schwangerschaftstest und gynäkologische Untersuchung bei Frauen zum Ausschluss einer Eileiterschwangerschaft, eventuellen  Zysten oder Entzündungen

Therapie (Behandlung)

Eine akute Blinddarmentzündung wird in der Regel opiert. Man nennt diese Operation Appendektomie.

Sie erfolgt heute in den meisten Fällen mittels Bauchspiegelung (Schlüsselloch-Chirurgie), ohne nennenswerte Narben zu hinterlassen. In seltenen Fällen kann auch die  herkömmliche offene Operation notwendig sein, die über den bekannten Schrägschnitt am rechten Unterbauch erfolgt.
Bei Erwachsenen mit einer leichten Blinddarmentzündung kann auch eine Therapie mit Antibiotika ausreichend sein. Diese erfolgt ebenfalls im Spital unter Aufsicht des Arztes.
Therapie bei Blinddarmdurchbruch: Das Eiter wird abgesaugt und der Bauchraum wird gespült. Zusätzlich erfolgt eine Antibiotika-Therapie, um  eine gefährliche Bauchfellentzündung zu verhindern.

Mögliche Komplikationen

Bei einer nicht rechtzeitig behandelten beziehungsweise operierten Entzündung des Blinddarmes ist es möglich, dass ein Loch (Perforation) in der entzünddeten Blinddarmwand entsteht. Man spricht hier von einem Blinddarmdurchbruch, dem so genannten "geplatzten Blinddarm". Es tritt Eiter und Stuhl in den Bauchraum aus, was zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann. Hier handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation, die sofort ärztlich behandelt werden muss.

Breitet sich die Blinddarmentzündung auf umgebendes Gewebe aus, kann sich ein Abszess im Bauchraum ausbilden. Auch hier braucht es einen chirurgischen Eingriff.

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