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Sie sind hier: Krankheitsbilder » Schilddrüsenüberfunktion, Hyperthyreose 26. September 2017
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Schilddrüsenüberfunktion, Basedow-Krankheit, Hyperthyreose, Kropf, Morbus Basedow

Definition

Schilddrüsenüberfunktion: ein Überschuss an Schilddrüsenhormonen

Die Schilddrüse ist ein Organ mit einem Gewicht von etwa 30 Gramm und besteht aus zwei Lappen seitlich des Kehlkopfes, die über einen Mittelteil verbunden sind. Bei den meisten Personen mit einer Überfunktion ist die Schilddrüse vergrössert (Struma , Kropf). Eine Überfunktion der Schilddrüse kann jedoch auch ohne Kropf vorkommen.

Die wichtigste Aufgabe der Schilddrüse ist die Bildung zweier Hormone (T4 und T3), die für einen normalen Stoffwechsel mitverantwortlich sind. Für die Produktion dieser Hormone braucht die Schilddrüse Jod. Eine Hyperthyreose ist eine Überversorgung des Organismus mit Schilddrüsenhormonen. Dadurch sind sämtliche Stoffwechselprozesse gesteigert.

Formen

Man unterscheidet drei Hauptformen der Schilddrüsenüberfunktion:

Morbus Basedow

Der Morbus Basedow wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Dabei bildet der Körper bestimmte Eiweisse (sogenannte Auto-Antikörper), welche die Schilddrüse zur vermehrten Produktion von Schilddrüsenhormonen anregen. Es kommt zur Hyperthyreose, die oft mit einer Kropfbildung einhergeht. Der Morbus Basedow tritt vor allem zwischen dem 20. und 40 Lebensjahr auf, wobei Frauen viel häufiger betroffen sind als Männer.

Struma Nodosa (Knoten-Struma)

Hier bilden sich Knoten in der Schilddrüse, die ungebremst Schilddrüsenhormone produzieren. Die Schilddrüse ist oft ungleichmässig vergrössert und knotig (daher der Name). Dies tritt eher bei älteren Menschen auf. Meist handelt es sich um einen einzelnen solchen Knoten. Man unterscheidet zwischen heissen Knoten (diese produzieren zu viel Schilddrüsenhormone), warmen Knoten (produzieren gleich viel wie das restliche Schilddrüsengewebe) und kalten Knoten (produzieren keine Hormone). Ein einzelner kalter Knoten ist oft krebsverdächtig, mehrere Knoten sind in der Regel gutartig.

Thyreoiditis (Schildrüsenentzündung)

Auch Entzündungen der Schilddrüse können zumindest zu Beginn der Erkrankung zu einer Schilddrüsen-Überfunktion führen. Im weiteren Verlauf kommt es jedoch zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Dieses Krankheitsbild wird separat beschrieben.

Andere seltene Erkrankungen, die mit einer Schilddrüsen-Überfunktion einhergehen:

  • Bestimmte Formen von Schilddrüsenkrebs
  • Tumore der Hirnanhangsdrüse (Hypophysenadenom)
  • Zu hoch dosierte Schilddrüsenhormone

Ursachen

Morbus Basedow

Die Ursachen sind weitgehend unbekannt. Es werden erbliche Faktoren (gehäuftes familiäres Vorkommen), Virusinfektionen sowie äussere Faktoren diskutiert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Struma Nodosa (Knoten-Struma)

Am häufigsten ist ein Jodmangel die Ursache für diese Form. Durch Jodmangel kann die Schilddrüse nicht genügend Hormone bilden und versucht diesen Mangel mit einer Grössenzunahme auszugleichen. Es entstehen Knoten, die ungebremst Hormone produzieren und so zu einer Überproduktion führen. Auch die Gabe von Jod (z.B. in Form als Röntgenkontrastmittel) kann den selben Effekt hervorrufen.

Thyreoiditis

Eine Entzündung der Schilddrüse kann verschiedene Ursachen haben. Je nach Ursache kommt es zu einem unterschiedlichen Verlauf.

Weitere seltene Ursachen:

  • Überdosierung von Schilddrüsenhormonen
  • Bestimmte Formen von Schilddrüsenkrebs
  • Tumor der Hirnanhangsdrüse (Hypophysentumor)

Symptome (Beschwerden)

Schilddrüsenüberfunktion: mit oder ohne Kropfbildung

Bei einer Hyperthyreose ist der Stoffwechsel generell gesteigert. Zeichen dafür können sein:  

Beim Morbus Basedow sind zusätzlich Augenbeschwerden häufig wie Reizung der Bindehäute, Trockenheit, Lichtempfindlichkeit, Hervortreten des Augapfels  (glotzender Blick) oder Bewegungsstörungen der Augen mit Doppeltsehen.

Diagnose (Untersuchung)

Schilddrüsenüberfunktion: Bestimmung der Schilddrüsenhormone

Zur Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion werden verschiedene Untersuchungen und Abklärungen durchgeführt. Dazu gehören unter anderem:

  • Krankengeschichte und Symptome
  • Körperliche Untersuchung (Abtasten der Schilddrüse am Hals), Frage nach Augenbeschwerden
  • Blutentnahme zur Bestimmung der Schilddrüsenhormone
  • Ultraschalluntersuchung: Grösse der Schilddrüse und Hinweise auf Art der Knoten
  • Eventuell Gewebeproben durch Feinnadel-Punktion
  • Kontrastmitteluntersuchung der Schilddrüse (Szintigraphie)

Therapie (Behandlung)

Schilddrüsenüberfunktion: Hemmung der Produktion

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. 

Medikamente

Mit Thyreostatika wird die Produktion der Schilddrüsenhormone gehemmt.

Dadurch normalisiert sich der Stoffwechsel in der Regel in ein paar Wochen. Während der Einnahme müssen die Schilddrüsenhormone im Blut regelmässig kontrolliert werden.

Radiojodtherapie

Durch die Gabe von radioaktivem Jod, das sich in der Schilddrüse ablagert, wird gezielt an Ort und Stelle Schilddrüsengewebe zerstört. Dies führt zu einer Verkleinerung der Schilddrüse und somit zur Beseitigung der Überfunktion. In einigen Fällen kommt es jedoch zu einer  Schilddrüsenunterfunktion, die dann eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erforderlich macht.

Operation

Ein Struma wird in der Regel operiert, vor allem wenn der Kropf  Schluckbeschwerden oder Atembeschwerden verursacht. Dabei wird der grösste Teil der Schilddrüse entfernt. Vor der Operation müssen Medikamente eingenommen werden, um den Schilddrüsen-Hormonstoffwechsel zu normalisieren. Nach der Operation kann es auch hier zu einer Unterfunktion kommen, die mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden muss.

Mögliche Komplikationen

Thyreotoxische Krise: Dies ist eine lebensbedrohliche akute Verschlechterung der Hyperthyreose. Die häufigste Ursache dafür ist die Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel bei einer unbekannten Hyperthyreose. Daher werden vor Kontrastmittel-Untersuchungen immer die Schilddrüsenwerte kontrolliert.

Die Symptome sind:

Vorbeugemassnahmen (Präventionsmassnahmen)

Ein Jodmagel fördert die Bildung eines Strumas oder die Entstehung von Knoten. Daher ist auf eine ausreichende Jodversorgung zu achten. In vielen Ländern wird die Jodversorgung der Bevölkerung durch Jodzusatz in bestimmten Lebensmitteln (Jodsalz) verbessert. Ein guter Jodlieferant ist auch Seefisch.

Bei einer bestehenden Schilddrüsen-Überfunktion (Hyperthyreose) ist auf die regelmässige Einnahme der vom Arzt verordneten Medikamente zu achten und es müssen die Schilddrüsenhormone im Blut regelmässig kontrolliert werden.

Wurde ein Knoten festgestellt, muss vor einer Röntgenaufnahme mit Kontrastmittel unbedingt der Röntgen-Arzt informiert werden.

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